anastatisch
Englisch: anastatic
Bezüglich eines Druckverfahrens, bei dem Kopien von Zeichnungen von Hochdruckformen auf Zinkplatten gedruckt werden.
Anastatisches Drucken: Hochdruck von chemisch erhöhten Zinkklischees
Das anastatische Drucken ist ein historisches Hochdruckverfahren, das Kopien von vorhandenen Zeichnungen oder Dokumenten erzeugt, indem Zinkplatten chemisch geätzt werden, um erhabene Druckflächen zu schaffen. Das in den 1840er Jahren entwickelte Verfahren ermöglichte es Druckern, Originalkunstwerke zu reproduzieren, ohne neue Gravuren oder die Vorbereitung von Lithografiesteinen zu benötigen. Die Zinkplatte erhält das Originalbild durch chemische Behandlung, wobei Nichtbildbereiche aufgelöst werden, während die Bildbereiche erhaben bleiben und zum Einfärben und Drucken bereit sind.
Das Verfahren nutzte die chemische Reaktivität von Zink. Eine Originalzeichnung wurde auf die Zinkplatte aufgebracht und die Platte dann mit Säurelösungen und anderen Chemikalien behandelt. Das Metall unter den Nichtbildbereichen löste sich auf, während die Zeichnungslinien geschützt blieben und sich erhöhten. Dies erzeugte ein Spiegelbild in umgekehrter Reliefform, geeignet für den Buchdruck. Das Verfahren war schneller und billiger als Handgravur zur Reproduktion vorhandener Arbeiten, da es die Notwendigkeit von Fachgravenranzen zur händischen Bildnachbildung vermied.
Warum es bedeutsam war und warum es verschwand
Das anastatische Drucken fand in kleinen bis mittleren Druckereien Mitte des neunzehnten Jahrhunderts Verwendung zum Reproduzieren von Karten, Architekturzeichnungen, Zeitungen und Illustrationen. Das Verfahren hatte jedoch erhebliche Einschränkungen: Die Zinkplatten verschlissen schnell unter dem Druck der Druckerpresse, die Chemikalienbäder waren ätzend und unberechenbar, und die Bildqualität verschlechterte sich bei wiederholtem Drucken. Eine einzelne Platte erzeugte selten mehr als einige hundert klare Abdrücke, bevor die Relieffläche abflachte oder beschädigt wurde.
Fotolithografie und später fotomechanische Verfahren verdrängten das anastatische Drucken ab den 1870er Jahren. Die Fotolithografie ermöglichte Bildübertragung ohne die Unberechenbarkeit chemischer Ätzung, und das Fotogravureverfahren bot eine längere Lebensdauer der Druckform. Der Begriff bleibt hauptsächlich in historischen Druckreferenzen und Museumskontexten erhalten. Das Verständnis anastatischer Methoden hilft zu erklären, warum modernes Offset- und Digitaldruck es gibt: Sie lösten die Schnelligkeits-, Konsistenz- und Haltbarkeitsprobleme, die das chemische Hochdruckverfahren des neunzehnten Jahrhunderts für größere Auflagen unpraktisch machten.