Avionik
Englisch: avionics
die Wissenschaft und Technologie der Entwicklung und Anwendung von elektrischen und elektronischen Geräten in der Luftfahrt
Avionik: die elektrischen und elektronischen Systeme, die das Flugzeug fliegen
Avionik ist der Sammelbegriff für alle elektrischen und elektronischen Systeme an Bord eines Flugzeugs, die nicht Teil des Motors oder der Flugzeugstruktur selbst sind. Dazu gehören Navigationssysteme, Funkgeräte, Autopilot, Instrumentenanzeigen, Wetterradar, Kollisionsvermeidungssystem (TCAS) und Flugmanagementsysteme. Bei einem modernen Verkehrsflugzeug machen Avioniken etwa 20 bis 30 Prozent des Gesamtsystemgewichts aus und einen deutlich größeren Anteil der Anschaffungskosten.
Die Avionik-Ausstattung unterscheidet sich je nach Flugzeugklasse und beabsichtigtem Einsatzzweck erheblich. Eine kleine Cessna 172 könnte mit einem einfachen UKW-Funkgerät, einem einzelnen Navigationsempfänger und einem Höhenkodifizierer ausgestattet sein. Eine Boeing 737 hat doppelte oder dreifache redundante Systeme für nahezu jede kritische Funktion: doppelte Trägheitsnavigationssysteme, doppelte Luftdatencomputer, dreifache Autopilot-Kanäle und mehrere unabhängige elektrische Stromquellen zur Versorgung. Militär- und Spezialflugzeuge erhalten zusätzlich Synthetic Aperture Radar, Störmeldungsempfänger und Datenlinkssysteme, die das Flugzeug in ein größeres taktisches Netzwerk integrieren.
Wartung und Zulassung von Avioniken ist streng geregelt. Die Federal Aviation Administration (FAA) und die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) legen fest, welche Systeme eingebaut sein müssen, wie sie getestet werden müssen und welche Qualifikationen ein Techniker haben muss, um sie zu warten. Ein Avionik-Techniker absolviert in der Regel ein 18 bis 24 Monate dauerndes Zertifizierungsprogramm und muss sein Wissen über die spezifischen Systeme jedes Flugzeugtyps aktuell halten. Viele Avionik-Aufgaben erfordern Funktionstests am Boden und im Flug.
Redundanz und Fehlersicherheit bestimmen das Avionik-Design. Kritische Systeme wie Höhenangabe und Verkehrsvermeidung nutzen mehrere unabhängige Kanäle, damit ein einzelner Komponentenfehler die Sicherheit nicht beeinträchtigt. Die Stromverteilung ist sorgfältig konzipiert, um sicherzustellen, dass Navigation und Kommunikation verfügbar bleiben, auch wenn ein elektrischer Generator ausfällt. Selbsttests und eingebaute Testausrüstung (BITE) ermöglichen es Technikern, Fehler zu erkennen, ohne Komponenten aus dem Flugzeug auszubauen.
Häufige Fehlermuster bei Avioniken sind Anzeigeausfälle, Funkstörungen, korrodierte Stecker und Softwareprobleme in modernen Glas-Cockpit-Systemen. Umweltfaktoren wie Blitzschlag, druck- und temperaturbedingte Höhenveränderungen und Salzsprüh-Einfluss in Küstenbereichen beschleunigen den Verschleiß. Techniker nutzen spezialisierte Testgeräte wie Avionik-Analysegeräte und für Luftfahrt-Komponenten zertifizierte Multimeter, um Probleme zu diagnostizieren und zu überprüfen, dass Reparaturen die veröffentlichten Leistungsstandards erfüllen, bevor das Flugzeug wieder in den Dienst geht.