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Kfz-Technik

B10

Ein Motorfahrzeug-Kraftstoffgemisch aus 90% Diesel und 10% Biodiesel.

B10: Diesel mit einem Zehntel Biodiesel

B10 ist ein Kraftstoffgemisch aus 90 Prozent Mineraldiesel und 10 Prozent Biodiesel nach Volumen. Biodiesel ist ein Fettsäuremethylester (FAME), der typischerweise aus Pflanzenölen, tierischen Fetten oder recyceltem Speiseöl gewonnen wird. Das Gemisch nimmt eine Mittelposition zwischen reinem fossilem Diesel (B0) und höheren Biodieselkonzentrationen ein und bietet bescheidene Umweltvorteile, ohne dass bei den meisten modernen Dieselfahrzeugen Motoränderungen erforderlich sind.

Die Bezeichnung "B" steht für Biodiesel; die Zahl gibt den Volumenanteil an. B10 ist der Standardkraftstofftyp, der in der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich und mehreren anderen Regionen vorgeschrieben oder empfohlen wird. Es erfüllt die EN-590-Spezifikationen in Europa und gleichwertige Standards andernorts. Die 10-Prozent-Schwelle stellt eine praktische Obergrenze dar: Die meisten Dieselmotoren, die nach Mitte der 2000er Jahre gebaut wurden, vertragen B10 ohne nennenswerten Verschleiß oder Leistungsverlust, obwohl bei älteren Motoren und Ausrüstungen Kompatibilitätsprobleme auftreten können.

B10 funktioniert in Energiegehalt, Verbrennungstemperatur und Motorleistung nahezu identisch mit reinem Diesel. Die Cetanzahl (Zündqualität) bleibt in den meisten Klimazonen für kalte Starts hoch genug. Allerdings nimmt Biodiesel Wasser leichter auf als Mineraldiesel, daher erfordert B10 sorgfältige Lagerung und kann in Tanks bei Wasserkontamination zu Mikrobenwachstum führen. Einspritzerablagering und Kraftstofffilter-Verstopfung sind selten, aber möglich, besonders wenn ältere Kraftstoffsedimente nach der ersten Einführung von B10 aus den Tankwänden aufgewirbelt werden.

Kompatibilität ist in der Praxis entscheidend. Landwirtschaftliche und Baumaschinen, Schiffsmotoren und ältere leichte Diesel-Nutzfahrzeuge können Gewährleistungsausschlüsse für die B10-Nutzung haben; vor einem Wechsel ist die Herstellerangabe unerlässlich. Kraftstoffleitungen und Dichtungen in Fahrzeugen vor 2000 können unter höheren Biodieselkonzentrationen verschleißen, doch B10 verursacht selten sichtbare Probleme. Die Kaltfließeigenschaften werden im Vergleich zu B0 leicht schlechter, daher werden Winterzusätze in nördlichen Klimazonen wichtiger.

B10 stellt einen regulatorischen Mittelweg dar: Es senkt die Kohlenstoffemissionen des Verkehrssektors und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, ohne teure Flottenumrüstungen zu erzwingen. Höhere Mischungen wie B20 oder B100 erfordern Motorabstimmung, Abgasmodifizierungen und Dauerhaltbarkeitsprüfungen. B10 vermeidet diese Reibung und erhält gleichzeitig die Kraftstoffversorgung über bestehende Verteilnetze. Aus gewerblicher Perspektive ist die B10-Einführung seit den frühen 2010er Jahren in die Standard-Dieselversorgungsketten auf den meisten entwickelten Märkten integriert worden.

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