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Kfz-Technik

B100

Kraftstoff für Motorfahrzeuge, bestehend aus reinem Biodiesel.

B100: reines Biodiesel ohne Mineralöldiesel-Beimischung

B100 ist 100 Prozent Biodiesel und wird durch Umesterung von Pflanzenölen oder tierischen Fetten mit Methanol oder Ethanol zu Fettsäuremethylestern (FAME) hergestellt. Im Gegensatz zu Biodiesel-Mischungen enthält es null konventionellen Mineralöldiesel und keine erdölgestützten Additive. Im Kraftstoff-Bezeichnungssystem gibt die Zahl den Biodiesel-Anteil in der Mischung an, daher steht B100 an der Spitze der Skala, neben B20 (20 Prozent Bio, 80 Prozent Mineral) und B5 (5 Prozent Bio, 95 Prozent Mineral).

B100 erfordert einen Dieselmotor, der speziell dafür konstruiert oder umgerüstet wurde, und auch dann nur unter bestimmten klimatischen Bedingungen und Einsatzfällen. Der Kraftstoff hat einen höheren Stockpunkt als Mineralöldiesel, was bedeutet, dass er unter kalten Bedingungen schneller verdickt; die meisten Betreiber können B100 in gemäßigten oder kalten Regionen nicht ganzjährig nutzen, ohne die Kraftstoffleitungen zu beheizen oder vor dem Winter auf eine niedrigere Mischung zu wechseln. Er ist hygroskopisch und nimmt Wasser aus der Luft und Lagertanks leichter auf als Mineralöldiesel, was über längere Zeit zu Mikrobenwachstum und Korrosion in Kraftstoffsystemen führen kann. Auch der Kraftstofffilter muss häufiger gewechselt werden, da B100 als Lösungsmittel wirkt und Ablagerungen in älteren Tanks aufweicht.

B100 wird hauptsächlich in Flottenzugfahrzeugen und stationären Motoren in milden Klimazonen eingesetzt: in städtischen Müllfahrzeugen, Bussen und landwirtschaftlichen Maschinen in Regionen, wo er das ganze Jahr über ohne Kaltstartschwierigkeiten betrieben werden kann. Einige Betreiber verdünnen B100 saisonal auf B20 oder B50 als Kompromisslösung. Der Kraftstoff verbrennt sauberer als Mineralöldiesel und erzeugt niedrigere Anteile an Partikeln und Stickoxiden in den Abgasen, was ihn für emissionsgeregelte Stadtflotten attraktiv machte.

Kraftstoffqualität ist entscheidend. B100, das ASTM D6866 (Nordamerika) oder EN 14214 (Europa) erfüllt, muss eine Viskosität zwischen 3,5 und 5 cSt bei 40 Grad Celsius, einen Wassergehalt unter 500 ppm und einen Säurewert unter 0,5 mg KOH/g haben. B100 schlechter Qualität von unzuverlässigen Lieferanten kann Einspritzdüsen und Kraftstoffpumpen beschädigen. Der Rohstoff zählt: Sojabohnenmethylester und Rapsmethylester sind die dominanten kommerziellen Quellen in Nordamerika bzw. Europa, doch Altöl (UCO) und Tiertalg kommen ebenfalls in der Lieferkette vor.

Der Begriff B100 entstand in den 1990er Jahren, als Biodiesel-Mischungen kommerzielle Praxis wurden. Die B-Reihen-Nomenklatur (B5, B10, B20, B100) ist jetzt Standard in der Branche und in Vorschriften. B100 bleibt eine Nischenlösung, weil die Anforderungen an Handhabung und Lagerung, die Begrenzung auf milde Klimazonen und die höheren Kosten im Vergleich zu Mineralöldiesel die Nutzung auf Flotten mit der erforderlichen Infrastruktur und geografischen Voraussetzungen beschränken. Die meisten Regionen haben sich für B5 oder B20 als Kompromiss zwischen Emissionsvorteil und Kompatibilität mit bestehenden Dieselmotoren und Infrastruktur entschieden.

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