Stab
Englisch: bead
Ein dekoratives, konvexes, gerundetes Profil (oft halbkreisförmig), das in eine Kante oder Oberfläche von Holz geschnitten wird und typischerweise durch einen engen, tiefen Kanal, genannt Kehle, begrenzt ist.
Perlstab: ein gerundetes Kantenprofil gefräst für Optik und Stabilität
Ein Perlstab ist ein konvexes, meist halbkreisförmiges Profil, das gefräst oder gehobelt in die Kante oder Oberfläche eines Holzbauteils eingebracht wird. Er wird durch eine scharfe, schmale Rille definiert, die man Kehlung nennt. Diese trennt den gerundeten Perlstab selbst von der flachen oder gestuften Fläche daneben. Die Kehlung ist notwendig: Sie erzeugt Schatten und visuelle Definition und lässt den Perlstab als eigenständiges Element wahrgenommen werden, statt als allmähliche Kantenrundung.
Perlstäbe finden sich auf Rahmenfüllungstüren, Tischkanten, Regalen und Leisten in Möbeln und im Innenausbau. Ein Perlstab kann je nach Maßstab der Arbeit und Holzsorte einen Radius von etwa 6 bis 25 mm haben. Gefräst werden sie mit einem Perlstab-Fräser (Schaftfräser mit Kugellager und gerundeter Schneidfläche) oder historisch mit dem Perlstabhobel. Die Kehlung wird oft separat mit einem Begrenzer-Fräser oder V-Nuten-Fräser gefräst, oder sie ist Teil eines kombinierten Profilfräsers, der Perlstab und Kehlung in einem Durchgang schneidet.
Der Perlstab erfüllt sowohl gestalterische als auch konstruktive Aufgaben. Optisch bricht er große Flächen auf und bringt Schattenlinienetails. Konstruktiv ist das gerundete Profil etwas robuster als eine scharfe Kante: Es splittert weniger beim Transport und beim Finish, und die Kehlung bietet eine saubere Ansatzstelle für Leimfugen bei Rahmenverbindungen. Perlstäbe helfen auch, Spalten in Seitenkanten zu verbergen, wo das Hirnholz anders abfärbt als das Flächenholz.
Ein einfacher Perlstab läuft an einer Kante. Doppel- oder Dreifachperlstäbe sind vertikal gestapelt für kräftigere Details. Der Perlstab-Durchmesser und die Kehlungstiefe müssen konstant sein; freihändig gefräste Perlstäbe zeigen sichtbare Wellungen. Oberfräsen mit Anlage und Kugellagerfräsern bieten beste Kontrolle. Perlstab hobeln erfordert scharfe Werkzeuge und gleichmäßigen Schnitt und ist bei Wurzelholz oder wechsellaufiger Faser fehleranfälliger.
Häufige Probleme sind eine nicht scharfe Kehlungslinie (meist durch stumpfe Fräser oder schlechte Absaugung), ausbruch des Perlstabs bei widerlaufiger Faser (gelöst durch kurz-weises Gegenlauf-Fräsen oder reduzierte Vorschubgeschwindigkeit) und ungleichmäßige Tiefe beim Hobeln von Hand. Den Perlstab nach dem Fräsen abschleifen, um die Messerspuren zu glätten; die Kehlung dient als sichtbarer Anschlag, damit man sie nicht wegeift.