Marketerie
Englisch: marquetry
Dekorative Technik, bei der Furniere aus Holz, Elfenbein, Metall usw. in eine Holzfläche eingelegt werden, um komplizierte Muster zu bilden.
Marketerie: Furniere, die wie ein Holzpuzzle zusammengefügt werden
Marketerie ist die Kunst, dünne Blätter aus kontrastierenden Materialien, hauptsächlich Furniere, zuzuschneiden und in einen Holzuntergrund einzufügen, um bildliche oder geometrische Muster zu schaffen. Im Gegensatz zur Intarsientechnik, bei der eine Vertiefung in Vollholz gefräst und ausgefüllt wird, werden bei der Marketerie die Dekorationsteile zunächst als flaches Muster zusammengefügt und dann als ganzes auf den Untergrund geklebt. Die Furniere sind normalerweise 1 bis 3 mm dick, dünn genug, um leicht zu biegen, aber steif genug, um beim Schneiden eine scharfe Kante zu halten.
Der Prozess beginnt mit einem Muster in voller Größe, das traditionell gezeichnet oder gedruckt wird. Einzelne Teile werden aus Furnierblättern mit einer Marketeriersäge geschnitten, einer feingezahnten Rahmensäge, die einen Schnitt von etwa 0,5 mm erzeugt. Die Holzarten werden nach Farbe und Maserung ausgewählt: Holm für Weiß, Nussbaum für Dunkelbraun, Obsthölzer für warme Töne und manchmal Holm oder Bergahorn für helle Hintergründe. Die geschnittenen Furniere werden dann wie Puzzleteile zusammengefügt, mit engen Fugen, die sich auf mechanische Passung stützen und nicht allein auf Klebstoff. Wenn das zusammengesetzte Muster fertig ist, wird das ganze Blatt in einem Arbeitsgang mit Knochenleim oder modernem Furnierklebstoff geklebt, dann unter Gewicht oder in einer Furnierpresse gepresst, bis es trocken ist.
Marketerie unterscheidet sich von Parketterie, die geometrische Furniermuster für Böden verwendet, und von Linierung, die dünne Linien aus kontrastierendem Holz in Oberflächen einlegt. Sie unterscheidet sich auch von Austernfurnierung, die kleine radiale Schnitte aus gemaserten Hölzern verwendet. Die Technik erreichte ihren Höhepunkt im 17. und 18. Jahrhundert in Europa, besonders in der niederländischen und französischen Möbelkunst, wo sie mit aufwändigen Kastenmöbeln und Schreibtischen kombiniert wurde.
Die Hauptgefahr bei traditioneller Marketerie ist die Marketeriersäge selbst: Die Klinge steht unter Spannung und kann plötzlich reißen, wenn der Schnitt verklemmt oder das Furnier reißt. Moderne Handwerker verwenden oft eine Laubsäge oder motorisierte Frettsäge, um Handermüdung zu reduzieren. Eine verwandte Herausforderung ist die Holzbewegung: Bei Feuchtigkeitsschwankungen bewegen sich verschiedene Holzarten unterschiedlich schnell, was zu offenen Fugen oder Verformung der Oberfläche führen kann. Dies wird durch die Verwendung von gut getrocknetem Furnier, Arbeit bei stabiler Feuchte und Gewährleistung minimiert, dass das Kreuzfurnier (in rechtem Winkel verlegtes Furnier) die Oberseite stützt.
Hochwertige Marketerie ist arbeitsintensiv und bringt in der Restaurierung und hochwertigen Möbelherstellung einen Premiumpreis ein. Sie erfordert Geduld bei der Maserungsrichtung, sorgfältige Auswahl von farblich abgestimmten Partien und Präzision beim Schneiden und Fügen. Der Begriff selbst kommt vom französischen Wort marqueter, was Intarsie oder Schachbrettmuster bedeutet, und spiegelt die Ursprünge der Technik in europäischer kontinentaler Handwerkskunst wider.