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Holzbearbeitung

Rosenkopfbohrer

Englisch: rosehead

Ein kegelförmiger Bohrer mit radial angeordneten Schneiden.

Rosenkopfbohrer: der alte Kegelbohrer zum groben Bohren

Ein Rosenkopfbohrer ist ein Kegelbohrer mit mehreren ausstrahlenden Nuten oder Schneiden, die um seine Spitze herum angeordnet sind. Historisch war er das Standardwerkzeug zum Bohren von Löchern in Holz, bevor Spiralbohrer dominant wurden. Der Bohrer ähnelt in der Seitenansicht einer Rose, was ihm seinen Namen gab. Er schneidet durch Kratzen und Scheren statt durch die effiziente Schraubenbewegung eines Spiralbohrers, daher ist er langsamer und unsauberer. Dafür war er robust und vertrug Fluchtungsabweichungen besser als verfeinerte Bohrer.

Ein typischer Rosenkopfbohrer hat zwischen 4 und 6 ausstrahlende Schneiden (oder Blätter), die von einem zentralen Kegel nach unten abfallen. Die Schneiden sind relativ flach und einfach zu schärfen: man hont jede Fläche auf einem Stein. Der Bohrer arbeitet am besten in einer Brustleier mit manueller Vorschubkraft, bei der der Nutzer den Werkzeugverlauf spüren und korrigieren kann, wenn er abweicht. In Elektrowerkzeugen erzeugen Rosenkopfbohrer mehr Rattern und Ausrisse als Spiralbohrer, besonders beim Durchbrechen der Werkstückrückseite.

Rosenkopfbohrer sind in Durchmessern von etwa 6 mm bis 50 mm oder größer erhältlich. Beim Tiefbohren in Vollholz können sie erhebliche Drehkraft erfordern, da sie nicht selbsttätig eindringen; man muss den Brustleiergriff stetig vorwärtsschieben. Sie hinterlassen ein raueres Loch als Spiralbohrer und erfordern oft Nachreiben oder Schleifen auf das Maß. Die fehlende Nutengeometrie bedeutet auch, dass Späne nicht so schnell abgeführt werden, daher wird der Bohrer in hartem Holz heiß.

Warum sie fortbestehen: Obwohl moderne Spiralbohrer und Flachbohrer Rosenkopfbohrer in den meisten Werkstätten verdrängt haben, werden sie noch für Spezialarbeiten verwendet. Ein Rosenkopfbohrer verträgt Spindellauf, der einen Spiralbohrer verklemmen oder brechen würde, und er greift nicht, wenn das Holz plötzlich nachgibt (wichtig bei alten Brustleierbohrmaschinen). Antiquitätensammler und Handwerksbetriebe nach historischen Verfahren kaufen sie noch, weil sie zeitgenau sind und weil manche Zimmerleute die Handhabung einer Brustleier mit Rosenkopfbohrer einer Elektromaschine vorziehen.

Der Rosenkopfbohrer nimmt eine historische Nische zwischen dem Schneckenbohrer (mit Schraube und Schneidkanten für aggressives Selbstfüttern) und dem Spiralbohrer (schnell, erfordert aber genauen Rundlauf und sorgfältigen Vorschub) ein. Er ist langsamer als beide, war aber das zuverlässige Universalwerkzeug für tragbare Bohrmaschinen, bevor Elektromotoren auf Baustellen Standard wurden.

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