Zugbock
Englisch: dragbox
Ein großes, häufig aus Guss hergestelltes Bauteil einer Lokomotive, an dem die Kupplungsmechanik befestigt ist, um die Lokomotive einen Zug ziehen zu lassen.
Zugöse: wo die Lokomotive die Last zieht
Eine Zugöse ist eine robuste Metallgusskomponente, die an den Rahmen einer Lokomotive geschraubt ist und als struktureller Ankerpunkt für das Kupplungssystem dient. Sie trägt die volle Zugkraft des dahinter hängenden Zuges und leitet den Zugstangenzug direkt in den Lokomotivrahmen ein. Bei Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven gleichermaßen ist die Zugöse der Punkt, wo Physik auf Metall trifft: Sie muss wiederholte Stoßbelastungen durch Kupplungsschläge, Steigungswiderstand und Notbremsungen ohne Verformung oder Ermüdungsbruch ertragen.
Die meisten Zugösen sind aus Stahlguss oder Grauguss, üblicherweise mehrere hundert Pfund schwer bei einer Standard-Hauptstreckenlokomotive. Die Konstruktion ist einfach, aber präzise: ein massiver Block mit einer konischen oder zylindrischen Bohrung zur Aufnahme des Kupplungsstifts oder der Zugstangenschäfte, gebohrt und gerieben auf enge Toleranzen. Die Flächen sind oft leicht unterschnitten dort, wo sie gegen den Rahmen sitzen, um vollflächigen Kontakt zu gewährleisten und Kippbewegungen oder Ausrichtungsfehler zu vermeiden, die sonst Spannungen konzentrieren und die Gussform im Lauf der Zeit zum Rissen bringen würden.
Lage und Ausführung
Zugösen sind an jedem Ende einer Lokomotive montiert, wobei die hintere Zugöse die volle Last des Zuges trägt und daher stärkerem Verschleiß ausgesetzt ist. Bei Gelenkslokomotiven mit mehreren Triebeinheiten hat jeder Abschnitt seine eigene Zugöseneinheit. Die Position liegt immer auf oder nahe dem Neutralpunkt des Lokomotivrahmens, um die Belastung gleichmäßig zu verteilen und zu verhindern, dass sich der Rahmen unter Zugspannung biegt oder verdreht.
Beschädigungen an der Zugöse bedeuten üblicherweise, dass die Lokomotive nicht sicher kuppeln oder fahren kann. Risse, Verschleiß oder vergrößerte Stifte in den Bohrungen führen dazu, dass die Kupplung rutscht, sich verschiebt oder klemmt. Feldreparaturen sind üblich: abgenutzte Bohrungen können vergrößert und mit Bronze- oder Messingbuchsen bestückt werden, oder die Zugöse wird neu gebohrt und mit einem schwereren Stift bestückt. Ein kompletter Gussaustausch ist kostspielig und selten, außer nach schwerem Stoß oder Ermüdungsbruch nach langer Betriebsdauer.
Der Begriff Zugöse ist nordamerikanische Eisenbahnfachsprache; in britischer und europäischer Praxis wird die entsprechende Komponente oft Zugöse oder Zughaken genannt, je nach verwendetem Kupplungssystem. Der Name spiegelt die grundlegende Funktion wider: eine Öse, die die Last zieht, reine und einfache Sache.