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Metallurgie

Bonderisierung

Englisch: bonderization

Das Verfahren des Bonderisierens.

Bonderierung: Zinkphosphat-Beschichtung zur Rostprävention

Bonderierung ist eine chemische Oberflächenbehandlung, die eine dünne, kristalline Schicht aus Zinkphosphat auf Stahl oder Eisen aufbringt, um Rost zu hemmen und die Haftung von Farbanstrichen zu verbessern. Das Verfahren besteht darin, das Metall in eine saure Lösung mit Zinkionen und Phosphatverbindungen einzutauchen. Diese reagieren mit der Stahloberfläche und bilden eine unlösliche Beschichtung, die in der Regel 0,5 bis 2,5 Mikrometer dick ist. Diese Schicht schafft eine mechanische Verankerung, die das Anstreichen fester hält, und verlangsamt das Eindringen von Sauerstoff und Feuchtigkeit, das sonst an der Stahl-Farb-Grenzfläche zu Korrosion führen würde.

Die Chemie beruht auf einem kontrollierten Säureangriff, der eine dünne Schicht Oberflächeneisen auflöst und gleichzeitig Zinkphosphat-Kristalle in das freigelegte Metallgefüge fällt. Typische Badformulierungen nutzen Zinknitrat oder Zinkchlorid zusammen mit Phosphorsäure, manchmal mit Zusätzen wie Nickel- oder Mangansalzen zur Beschleunigung der Kristallisation oder Verbesserung der Schichtgleichmäßigkeit. Temperatur, Eintauchzeit und Oberflächenreinheit des Metalls beeinflussen alle die Beschichtungsqualität. Eine alkalische Reinigung vorher entfernt Walzzunder und Öle, die sonst die Kristallbildung blockieren würden.

Industrielle Anwendung und Varianten

Bonderierung bleibt Standard in der Automobilproduktion, der Herstellung von Haushaltsgeräten und in allen Branchen, wo gestrichener Stahl jahrelang in feuchter Umgebung oder im Salzsprühnebel Korrosion widerstehen muss. Kaltgewalztes Blech für Karosserieteile, Strukturelemente und Beschläge erhält diese Behandlung in der Regel vor dem Anstreichen. Schwere Anwendungen nutzen manchmal dickere Zinkphosphat-Beschichtungen oder wechseln zu alternativen Systemen wie zirkoniumbasierten oder Manganphosphat-Verfahren, die unterschiedliche Haftungsprofile bieten oder bevorzugt werden, wenn die Schichtdicke unter bestimmten Grenzen für Maßtoleranzen bleiben muss.

Häufige Ausfallarten sind ungleichmäßige Beschichtung durch schlechte Reinigung, blanke Stellen, wo Farbanstriche nachfolgend keinen Schutz bieten, und unvollständige Auflösung von Walzzunder, die nichtkristallisierte Bereiche anfällig lässt. Das Verfahren ist wasserintensiv und erzeugt saures Spülwasser, das vor der Ableitung einer pH-Behandlung bedarf. Umweltkonformität und Abfallbehandlung sind damit bedeutsame Faktoren im Betrieb einer Anlage.

Der Begriff stammt aus einer Marke und älterer kommerzieller Zuordnung, nicht von einem benannten Erfinder oder reinen Chemienamen. Bonderite ist eine bekannte Markenlinie von Phosphatbeschichtungen, und "Bonderierung" wurde zu einem Genericbegriff für die Klasse von Zinkphosphat-Verfahren in der nordamerikanischen Metallbearbeitung. Europäische und asiatische Betriebe nutzen jedoch oft alternative Bezeichnungen oder Markennamen für funktional identische Verfahren.

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