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Metallurgie

bonderisieren

Englisch: bonderize

Stahl mit einer Phosphatschicht behandeln.

Bonderieren: Stahloberfläche phosphatieren, um Rost zu vermeiden und Lackanhaftung zu verbessern

Bonderieren ist eine chemische Oberflächenbehandlung, die eine dünne, kristalline Phosphatschicht direkt auf Rohstahl aufbringt. Das Verfahren besteht darin, das Stahlteil in eine saure Phosphatlösung zu tauchen oder zu sprühen, üblicherweise bei 50 bis 70 Grad Celsius, wo die Säure mit der Stahloberfläche reagiert und eine Schicht aus Eisen-, Zink- oder Manganphosphatkristallen bildet. Diese Beschichtung, typischerweise 0,2 bis 2 mil dick, erfüllt zwei kritische Funktionen: Sie verhindert Rostbildung, indem sie den Stahl vor Feuchtigkeit und Sauerstoff abschirmt, und sie bietet mechanischen Halt, damit Lack oder Pulverbeschichtung haften und sich verbinden können.

Die Behandlung verdankt ihren Namen der Marke Bonderite für Phosphatierchemikalien, die im Handwerk so dominant wurde, dass der Markenname zum Verb wurde. Moderne Bonderier-Formulierungen gibt es in mehreren Arten je nach Anwendung. Leichte Beschichtungen eignen sich für hochfesten Stahl, der Zähigkeit benötigt und wo zusätzliche Schichten wichtig sind; schwerere Beschichtungen funktionieren besser bei weichem Stahl, der Freiluftbelastung oder aggressiven Lacksystemen ausgesetzt ist. Manche Lösungen enthalten zusätzliche Chelatisierungsmittel oder Öle, um die Korrosionsbeständigkeit während der Lagerung vor dem Lackieren zu verbessern.

Platz in der Metallbearbeitung

Bonderieren liegt in der Metallbearbeitungsabfolge zwischen Entfettung und Lackierung. Der Stahl muss sauber ankommen, frei von Walzhaut, Rost und Ölen. Die Phosphatschicht selbst ist nicht ausreichend schützend für langjährige Freiluftbelastung ohne Lack; sie ist reine Grundlage. Nach dem Bonderieren gehen Teile typischerweise direkt in die Lackierkabine, während die Oberfläche noch nass oder feucht ist. Wenn Teile länger als ein paar Stunden nach dem Bonderieren stehen, kann Oberflächenkorrosion zurückkehren und die Lackhaftung gefährden.

Stahlstanzteile, Schweißkonstruktionen, Federn und Befestigungselemente sind häufige Kandidaten. Aluminium und verzinkter Stahl bonderieren nicht gut und erfordern andere Vorbehandlungschemikalien. Das Verfahren funktioniert bei Edelstahl schlecht, da die passive Oxidschicht die Phosphatkristallbildung behindert. In der Großserienfertigung von Automobilen und Hausgeräten erfolgt das Bonderieren oft in großen Tauchbecken, während Teile auf Förderbändern durch Spül-, Säure- und Phosphatierstufen bewegt werden, mit erforderlicher Abwasserbehandlung nachgelagert.

Häufige Fehler sind Streifen oder Fleckenbildung durch ungleichmäßiges Tauchen, unzureichendes Spülen, das Säurereste hinterlässt und Lackhaftung frisst, und Rostblüte, wenn Teile zu langsam trocknen oder feuchter Luft ausgesetzt sind. Die Beschichtung kann auch abblättern, wenn der darunter liegende Stahl zu stark angerostet war oder wenn das Teil während oder nach der Anwendung scharf verformt wird und die spröde Phosphatschicht bricht. Aus diesem Grund werden kritische Aufhängungsteile von Automobilen oft innerhalb von Stunden nach dem Bonderieren lackiert.

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