SpracheEnglishDeutsch
Textiltechnik

Boot-Cut

Englisch: boot cut

adjectiveTextiltechnik

Schnitt einer Hose, bei dem die Beinöffnung so gestaltet ist, dass die Hosenbeine über Stiefeln sitzen.

Boot Cut: Hosenschnitt mit Beinform für Arbeitsschuhe

Boot Cut ist ein Hosenschnitt, bei dem die Beinöffnung weit genug geschnitten ist, typischerweise 18 bis 20 Zoll Umfang am Saum, um mühelos über Arbeitsschuhe oder Westernstiefel zu passen, ohne zu beulen oder dass der Träger seine Schuhe ausziehen muss. Das unterscheidet sich erheblich von Slim-Fit- oder zulaufenden Schnitten, die von Knie zu Knöchel progressiv enger werden und an Schaftkanten hängenbleiben oder zum Hochkrempeln zwingen würden.

Der Schnitt stammt aus praktischer Arbeitskleidung: Rancharbeiter, Holzfäller und Industriearbeiter brauchten Hosen, die dicksohlige Stiefel, oft 10 bis 12 Zoll hoch, aufnahmen, ohne Falten zu werfen oder die Bewegungsfreiheit am Knöchel einzuschränken. Das Bein behält typischerweise eine gerade oder sanft zulaufende Linie von Hüfte zu Wade, öffnet sich dann leicht am unteren Schienbein, um die Stiefelbreite zu fassen. Die Denimproduktion hat diesen Schnitt besonders bei Arbeitshosen standardisiert, und die Form ist später in Freizeit- und Modebereiche gewandert.

In der Fertigung erfordert Boot Cut präzise Abstufungen an Außen- und Innennaht ab dem Knie abwärts. Schnittmuster müssen die größere Saumöffnung berücksichtigen, was den Stoffverbrauch im Vergleich zu geraden Hosen um etwa 2 bis 4 Prozent erhöht, je nach Ausgangshüftweite. Das Zuschneiden muss genau sein: Fällt die Öffnung unter 18 Zoll, bleibt die Hose an Absätzen hängen; über 22 Zoll wirkt sie übergroß und es entstehen Falten am Absatz.

Varianten und Überschneidungen

Boot Cut liegt zwischen geraden Hosen (einheitliche Breite von Hüfte bis Saum) und Schlag (Verbreiterung unter dem Knie). Manche Hersteller verwischen die Grenzen: Ein "leichter Boot Cut" öffnet sich möglicherweise nur auf 17 Zoll, während Western- oder "Western-Cut"-Varianten bis 22 Zoll reichen, um hohe Absätze und breitere Stiefelformen zu fassen. Größenstandards sind nicht einheitlich, daher kann die gleiche Bezeichnung über Marken hinweg um ein Zoll oder mehr in der Saumöffnung variieren.

Der Begriff wird am häufigsten bei Denim und Baumwoll-Twill-Arbeitshosen verwendet, aber auch maßgeschneiderte Hosen und Freizeithosen tragen zunehmend die Boot-Cut-Bezeichnung. Es hat sich von einer technischen Anforderung eher zu einem Stilmerkmal entwickelt, da nur wenige moderne Träger ihre Hosen regelmäßig über stabile Stiefel ziehen, trotzdem bleibt die Silhouette in Einzelhandelsbortiment und Produktionsspezifikationen bestehen.

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