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Bergbau und Gewinnung

Brat

Englisch: brat

Ein dünnes Flöz aus Kohle vermischt mit Pyrit oder Karbonat aus Kalk.

Brat: wertlose Kohleflöz, das niemand bauen will

Ein Brat ist ein dünnes, unrentables Kohleflöz, typischerweise weniger als 18 Zoll mächtig, das so viel Pyrit, Kalkstein oder andere Mineralstoffe enthält, dass der Abbau unwirtschaftlich wird. Bergleute stoßen auf Brats beim Abteufen von Schächten oder beim Treiben von Strecken durch Kohlemeasures. Das Flöz muss durchfahren oder umgangen werden, statt es zum Verkauf abzubauen. Der Begriff kommt vor allem in britischen Kohlebergbau-Unterlagen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert vor.

Das Merkmal ist die Verunreinigung. Ein Brat unterscheidet sich von einem dünnen, aber reinen Kohleflöz durch seine gemischte Zusammensetzung: Eisensulfide (Pyrit), Kalziumkarbonat (Kalkstein) und Kohle in ungefähr gleichen Anteilen. Diese Vermischung entsteht gewöhnlich dort, wo das Flöz bei der Bildung gestört wurde, wo Verwitterung oder Wasserzirkulation die Lagerstätte verändert hat, oder wo die Ausdünnung der Kohle zum Zusammenfließen mit angrenzenden Schichten geführt hat. Der höhere Aschegehalt macht die Kohle zum Verkauf ungeeignet, selbst wenn ein Abbau im erforderlichen Umfang wirtschaftlich wäre.

Der Name leitet sich vermutlich von der Verachtung ab, die Bergleute für diese Flöze hegten. Ein Brat war Arbeit ohne Lohn: die Kohle ließ sich nicht verkaufen, und doch musste das Material bewegt werden. In manchen Gruben wurden Brats zerkleinert und als Abfall hinterlassen. In anderen, wo der Zugang zu besseren Flözen durch ein Brat führte, mussten Bergleute die Passage abstützen und ausbau­en, statt etwas abzubauen. Die Kosten für die Entfernung plus die Gefahr, dass Pyrit oxidiert und unter Tage Hitze erzeugt, machten Brats zu echten Unannehmlichkeiten.

Der Pyritgehalt in einem Brat barg besondere Gefahren. Freiliegender Pyrit kann exotherm oxidieren, unterirdische Temperaturen erhöhen und Brandrisiko schaffen. Das machte Brats in aktiven Gruben für Grubenführer zu einem Problem, das über die Wirtschaftlichkeit hinausging. Historische Berichte über Selbstentzündung in Kohlegruben führen Brats oder pyrithaltige Kohle häufig als Ursache an.

Die moderne Bergbaupraxis macht den Begriff in aktiven Betrieben obsolet, da Flözauswahl, geologische Erkundung und wirtschaftliche Analyse vor Arbeitsbeginn stattfinden. Der Begriff bleibt aber wertvoll zum Verständnis historischer Bergbauunterlagen, Grubenpläne und geologischer Beschreibungen der Kohleflözfolge. Vermerkt ein Grubenplan aus dem 19. Jahrhundert ein Brat, signalisiert dies dem Leser sowohl ein geologisches Merkmal als auch die wirtschaftliche Logik der Entwicklung dieser Grube.

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