Bullhead-Schiene
Englisch: bullhead rail
Eine vor allem im Vereinigten Königreich gebräuchliche, heute veraltete Schienenart mit ähnlich geformtem Kopf und Fuß, die in gusseisernen Stühlen gelagert und durch hölzerne Keile (sogenannte Keys) oder Stahlfedern in den Stühlen gesichert wird.
Bullhead-Schiene: Gleis aus der Viktorianischen Ära mit symmetrischem Kopf und Fuß
Bullhead-Schiene ist ein Schienenprofiltyp, bei dem Kopf (Verschleißfläche) und Fuß (Auflagefläche) nahezu identische Querschnitte aufweisen, beide typischerweise etwa 65 bis 75 mm breit. Diese Symmetrie ermöglichte es theoretisch, die Schiene nach oben hin Verschleiß umzudrehen und neu zu verlegen, wobei in der Praxis aber oft der Fuß zuerst durch Korrosion und mechanische Beanspruchung beschädigt wurde. Der Schienenkorpus ist grob zylindrisch geformt und verjüngt sich leicht vom Kopf zum Fuß, mit einer Stegtiefe von 100 bis 125 mm je nach Gewichtsklasse.
Bullhead-Schienen wurden in gusseisernen Stühlen befestigt, die mit Holzschrauben (oder später Beton) verschraubt und mit Holzkeilen von oben gesichert waren. Die Stühle selbst hatten eine gekrümmte Auflagefläche, die den Schienengrund abstützte, und die Keile verhinderten Seitenbewegungen und hielten die Schiene in korrekter Spurweite. Dieses System funktionierte bei leichtem bis mittlerem Verkehr ausreichend, erwies sich aber zunehmend als problematisch, als Züge schwerer wurden und die Geschwindigkeiten stiegen, da die Keile sich lockern konnten und die Stühle selbst anfällig für Gussfehler waren.
Warum sie obsolet wurde
Bullhead-Schiene dominierte britische Eisenbahnen von den 1870er Jahren bis Mitte des 20. Jahrhunderts, fiel aber in Ungnade, sobald Flachfußschiene zum Standard wurde. Das Flachfußprofilprofil machte die teuren gusseisernen Stühle völlig überflüssig und nutzte stattdessen Beton- oder Stahlfestvorrichtungen, was sich als billiger in Herstellung und Instandhaltung erwies. Bis in die 1960er Jahre waren die meisten britischen Hauptstrecken umgestellt; Bullhead-Schiene blieb nur auf Museumsbahnen, einigen Nebenstrecken und in Häfen erhalten, wo sie aufgrund von Trägheit und langsamen Reinvestitionszyklen weiterpersistierte.
Der Name spiegelt den visuellen Charakter des Profils wider: Der Kopf sitzt prominent und massiv, wie ein Tierkopf, während der Fuß sich zum Steg hin verjüngt. Kontinentaleuropäische Eisenbahnen übernahmen Bullhead-Schiene nie großflächig und bevorzugten von Anfang an Flachfußausführungen, weshalb der Begriff deutlich britisch bleibt.
Recycelte Bullhead-Schiene erscheint immer noch in Zäunen, Toren und landwirtschaftlichen Strukturen, wo ihr Gewicht und ihre Steifigkeit nützlich sind. Industrielle Schrotthändler lagern sie gelegentlich ein, und sie bleibt vertraut für jeden, der auf Museumsbahnen arbeitet oder alte Nebenstrecken inspiziert, wo Abschnitte 100 Jahre oder älter sein können. Bei Arbeiten an Gleisen zeigt sich ihr Zustand oft als Resultat jahrzehntelanger aufgeschobener Instandhaltung und Korrosionsmuster, die typisch für frühe Eisenmetallurgie sind.