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Bauwesen

Widerlager

Englisch: butment

Die Steinstärke oder Mauerwerk am Ende einer Brücke, das die äußeren Bögen trägt oder das Ende einer bogenlosen Brücke abstützt.

Widerlager: die tragende Endwand einer Brücke

Ein Widerlager ist die massive Mauerwerk- oder Betonkonstruktion an jedem Ende einer Brücke, die das Gewicht des Überbaus aufnimmt und in den Untergrund verteilt. Es erfüllt die kritische Funktion, alle vertikalen und horizontalen Kräfte vom Brückendeck, von Bögen und Verkehrslasten in stabilen Untergrund oder Fels abzuleiten. Ohne ordnungsgemäße Widerlager kann eine Brücke nicht bestehen.

Das Widerlager unterscheidet sich von einer Pfeiler, die innerhalb einer Spannweite sitzt, um Zwischenbögen oder Trägerabschnitte zu stützen. Widerlager verankern die Brücke an ihren Enden. Bei Bogenbrücken muss das Widerlager den Schub widerstehen, der durch die Bogenwirkung erzeugt wird, welcher sowohl horizontal als auch nach unten drückt. Bei Balkenbrücken ohne Bögen trägt das Widerlager einfach die Eigenlasten und Verkehrslasten des Decks. Die Masse und Festigkeit eines Widerlagers müssen so berechnet werden, dass diese spezifischen Spannungen ohne Setzung oder Versagen bewältigt werden.

Ausführungsarten und Konstruktion

Ein einfaches Widerlager für eine kurze Balkenbrücke kann ein einzelner rechteckiger Block aus Stein oder Beton sein, möglicherweise 3 bis 5 Meter tief. Größere Brücken, besonders historische Bogenstrukturen, haben oft Widerlager mit erheblicher Dicke und Höhe, manchmal 8 bis 12 Meter oder mehr, gebaut in Schichten aus Quadermauerwerk mit Mörtelfugen oder in moderner Ausführung aus Stahlbeton. Die Vorderseite eines Widerlagers ist typischerweise vertikal oder leicht geneigt (geböscht) für Stabilität und Aussehen. Dahinter liegt die Rückfüllung, die aus Bruchmauerwerk oder Füllmaterial bestehen kann.

Fehlerarten umfassen Setzungen durch schlechte Tragfähigkeit des Untergrunds, Frosthebung in kalten Klimazonen bei unzureichender Entwässerung oder Verlust der Verbindung zwischen alten Maurerkursen durch Wassereintritt und Frost-Tau-Wechsel. Historische Steinwiderlager sind anfällig für Luftkalkmortel-Verschlechterung und Moos- oder Flechtenwuchs, der Feuchte speichert. Moderne Inspektionen konzentrieren sich auf Risse, die von der Bogenfederungslinie ausstrahlen, da diese Bewegungen und Schubkonzentration anzeigen.

Der Begriff "Widerlager" stammt vom Verb "anlehnen", das bedeutet, gegen etwas zu stoßen oder anzustoßen. Es ist die Struktur, gegen die der Bogen oder Balken anstößt. Das Wort ist am häufigsten in der britischen und Commonwealth-Konstruktionspraxis verbreitet; in der amerikanischen Verwendung wird die gleiche Struktur oft "abutment" genannt. Beide Begriffe sind korrekt, wobei sich abutment in modernen Normen und Ingenieurzeichnungen durchgesetzt hat.

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