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Luftfahrttechnik

Kanüle

Englisch: cannula

Schlauch oder Rohr, das direkt von einer Sauerstoffflasche oder anderen Quelle zur Nase des Benutzers führt; wird häufig von Flugzeugpiloten und anderen Personen verwendet, die direkte Sauerstoffatemapparate benötigen.

Nasenkanüle: das Rohr, das Sauerstoff direkt in die Nase führt

In Flugzeugkabinen ist eine Nasenkanüle ein flexibles Rohr, das Zusatzsauerstoff aus einer Druckquelle direkt in die Nasenlöcher eines Piloten oder Besatzungsmitglieds leitet. Das Rohr teilt sich normalerweise in zwei kleine Zinken auf, eine in jedes Nasenloch, gehalten von einer Schlaufe, die über die Ohren und unter das Kinn läuft. Moderne Flugzeugkanülen bestehen aus medizinischem Silikon oder Kunststoff; ältere Versionen verwendeten Kautschukmischungen, die durch Höhenluft, Temperaturschwankungen und Ozon zersetzt wurden.

Piloten verwenden Nasenkanülen bei nicht druckgeregeltem Flug oder in Kabinen, deren Druckregelung ausgefallen ist. In großen Höhen sinkt der Sauerstoffpartialdruck der Umgebungsluft gefährlich; eine Kanüle liefert Sauerstoff mit Durchflussraten zwischen 2 und 4 Litern pro Minute, gemessen durch einen Durchflussmesser am Sauerstoffpaneel. Das Rohr selbst ist für Berstdrücke ausgelegt, die deutlich über dem Druck der Flugzeugsauerstoffversorgung liegen, typischerweise 50 bis 100 psi. Verbindungen erfolgen über Schnellverschlussstecker oder Gewindeverschraubungen, die militärischen Spezifikationen wie MIL-DTL-6030 entsprechen.

Wartungsteams überprüfen Kanülen vor jedem Flug auf Risse, Knicke, Verfärbungen und Verstopfungen. Silikonrohre verschleißen, wenn sie direkter Sonneneinstrahlung oder in der Nähe von Hydraulikflüssigkeit und Lösungsmitteln gelagert werden; sie sollten in undurchsichtigen Behältern an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahrt werden. Eine Kanüle mit einem zusammengefallenen Rohrabschnitt, sichtbarem Riss oder verhärteten Kunststoffzinken muss sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Die Durchflussprüfung erfolgt, indem die Kanüle an eine Sauerstoffversorgung angeschlossen wird und die Durchflussmesserwerte beobachtet werden; unzureichender Durchfluss deutet auf ein gekniktes Rohr oder verstopfte Zinken hin.

Varianten und Anwendungen

Einfache Nasenkanülen mit einer Zinke gibt es, sind aber in der Luftfahrt selten; das Zweizinken-Design gewährleistet eine bessere Sauerstoffverteilung und einen stabileren Sitz bei schnellen Kopfbewegungen im Cockpit. Einige Flugzeuge verwenden Nasenmasken statt Kanülen für Hochaltitudenflüge und bieten höhere Sauerstoffkonzentrationen und zuverlässigere Versorgung beim kräftigen Atmen während eines Notabstiegs. Tragbare Sauerstoffsysteme für die Allgemeinaviation kombinieren oft eine kleine Kanüle mit einer wiederverwendbaren Flasche in einer Transporttasche; Fluggesellschaften lagern Kanülen für medizinischen Sauerstoff für Passagiere, halten sie aber vom Besatzungssauerstoffsystem getrennt.

Der Begriff stammt aus dem Lateinischen cannula, was kleine Röhre oder Rohr bedeutet. Historisch nannten Piloten sie "Atemrohre" oder "Sauerstoffrohre", aber die medizinische Terminologie standardisierte den Namen. Eine Kanüle unterscheidet sich von einer Maske dadurch, dass sie gegen das Gesicht nicht abdichtet und Kohlendioxid mit Umgebungsluft vermischen lässt, was ihre Verwendung auf Flüge mit einer Kabinenhöhe von etwa 10.000 Fuß Äquivalent oder darunter beschränkt. In größeren Höhen wird eine Druckmaske mit Bedarfsregler erforderlich, um das Bewusstsein zu bewahren.

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