kardinal
Englisch: cardinal
Bezüglich oder in Bezug auf die vier Kardinalrichtungen (Nord, Süd, Ost und West).
kardinal: die vier wichtigsten Himmelsrichtungen, auf die es ankommt
In der Seeschifffahrt bezeichnet kardinal die vier primären Himmelsrichtungen: Norden, Süden, Osten und Westen. Diese Richtungen bilden das Fundament der Navigation, Vermessung und Positionierung in allen wassergestützten Operationen. Im Gegensatz zu Zwischenrichtungen wie Nordosten oder Südwesten sind die kardinalen Richtungen absolut, gebunden an echte magnetische oder geografische Pole, und bilden die Achsen, nach denen Schiffe ihren Kurs legen, Verankerungen gesetzt und Unterwasserstrukturen ausgerichtet werden.
Der Begriff erscheint durchgehend in der maritimen Praxis in konkreten Anwendungen. Der Kurs eines Schiffs wird in kardinalen und interkardinalen Punkten dokumentiert; Kardinalmarken auf Tonnen signalisieren tiefes Wasser, das in kardinalen Richtungen von der Marke liegt; Baggerarbeiten werden entlang kardinaler oder nahezu kardinaler Linien geplant, um gleichmäßige Fahrrinnetiefe zu erreichen; und Schiffswerfts-Liegeplätze sind oft nach kardinalen Richtungen ausgerichtet, um Be- und Entladung sowie Reparaturarbeiten zu vereinfachen. Auf Vermessungsplänen und Seekarten dienen kardinalzeigende als primäres Referenzgitter.
Kardinalmarken und Navigation
In Tonnen-Systemen sind Kardinalmarken kritische Navigationshilfen. Eine Kardinalmarke, die nördlich, südlich, östlich oder westlich einer Gefahr positioniert ist, zeigt an, dass sicheres Wasser in dieser kardinalen Richtung liegt. Diese Tonnen sind mit charakteristischen schwarz-gelb gestreiften Kegeln oder Rauten bekrönt und mit schnell blinkenden weißen Lichtern ausgestattet. Seeleute, die sich einer unbekannten Wrackstelle, Untiefe oder Behinderung nähern, finden Kardinalmarken an jeder kardinalen Richtung um das Hindernis platziert, was ihnen erlaubt, einen sicheren Durchgang zu planen, indem sie zur Marke steuern, die ihre gewünschte Fahrtrichtung anzeigt.
Schiffswerfts- und Hafenoperationen beziehen sich regelmäßig auf kardinalzeigende Ausrichtung, weil dies die Kommunikation standardisiert und Fehler reduziert. Ein Schiff, das bei kardinaler Ausrichtung festgemacht ist, lässt sich leichter verfolgen, beladen und neu positionieren als eines im schiefen Winkel. Wind- und Strömungseffekte sind vorhersagbarer, wenn sie gegen kardinalzeigende Achsen gemessen werden, und Reparaturen oder Änderungen können mit konsistenten Bezugspunkten geplant werden. Die ältere Praxis, Docks oder Liegeplätze nach kardinalen Richtungen zu benennen (North Slip, East Basin), hält sich in vielen Werften aus diesem Grund.
Das Wort selbst stammt vom lateinischen cardinalis, was Scharnier oder Angelpunkt bedeutet, denn diese vier Richtungen sind die Scharniere, um die sich alle anderen Richtungen drehen. In älteren Navigationstexten wurden die kardinalen Punkte manchmal die vier Winde oder die kardinalzeigende Rose genannt, da sie die Arme der Kompassrose bildeten, die auf Karten und Instrumenten erschien.