Schiffsleib
Englisch: waist
Der Teil des Oberdecks eines Schiffes zwischen dem Achterkastell und dem Vorkastell.
Schiff: das obere Deck mittschiffs, zwischen Foresegel und Achterschiff
Das Schiff ist der mittschiffs gelegene Bereich des Oberdecks, der dort beginnt, wo das Foresegel nach vorne endet, und dort aufhört, wo das Achterdeck nach achtern beginnt. Bei einem traditionellen Segelschiff ist es das offene Arbeitsdeck, das die erhöhten Plattformen an Bug und Heck verbindet und normalerweise der breiteste und am meisten exponierte Teil des Hauptdecks. Hier verrichtete die Besatzung einen großen Teil ihrer Arbeit: Ladung handhaben, Takelage arbeiten, Deck schrubben und loses Material sichern.
Die Grenzen des Schiffs sind architektonisch und funktional bedingt, nicht streng vermessen. Das Foresegel ragt nach vorne über ihm auf; das Achterdeck ragt nach achtern über ihm auf. Der Übergang ist durch Höhensprünge im Deck gekennzeichnet. Bei einem Linienschiff oder großen Handelsschiff konnte sich das Schiff über 30 bis 50 Fuß oder mehr erstrecken, je nach Gesamtlänge und Konstruktion. Kleinere Schiffe können nur ein bescheidenes Schiff oder gar keins haben, wenn sich das Deck durchgehend von vorne nach achtern zieht.
Weil das Schiff tiefer liegt als das Foresegel und das Achterdeck, ist es der erste Bereich, der bei schwerem Seegang Wasser nimmt. Geschützmannschaften auf Kriegsschiffen, die während der Aktion im Schiff stationiert sind, waren Gischt und Überfall ausgesetzt. Die offene Konstruktion machte es vielseitig einsetzbar: Ladung konnte durch Luken ins Zwischendeck gehievt werden, und die Besatzung hatte Platz, um Leinen und Segel zu bewegen. Bei rauer See war das Schiff auch der Punkt, an dem sich der Rumpf am meisten durchbog, was strukturelle Spannungen auf dem Deck selbst verursachte.
Der Begriff kommt ab dem 16. Jahrhundert konsistent in der Schiffskonstruktion vor und wird sowohl in der Schiffbaukunst als auch in der alltäglichen Bordsprache verwendet. Ein Matrose, dem befohlen wurde, zum Schiff zu gehen, wusste, dass er zum arbeitenden Deck mittschiffs ging, weg von den Kommandozonen nach achtern und dem spezialisierten Foresegel nach vorne. Im modernen Schiffsbau ist die Terminologie verblasst, da durchgehende Hauptdecks zum Standard geworden sind, aber das Schiff bleibt in der Schiffbaukunst und maritimen Denkmalpflege ein nützlicher historischer und beschreibender Begriff.