Kluft
Englisch: case
Ein kleiner Riss, durch den Wasser in die Grubenbaue eindringt.
Case: ein wassertragender Riss, der Gruben überflutet
Im Bergbau ist ein Case ein enger Bruch oder Riss im Gestein, durch den Wasser in die untertägigen Bereiche eindringen kann. Anders als bei einem größeren Verwurf oder einer gezielt aufgefahrenen Entwässerungsstrecke ist ein Case oft so klein, dass er unbemerkt bleibt, bis sich Wasser an der Arbeitsfront aufstaut oder in einen Schacht fließt. Die Anwesenheit eines Case kann einen trockenen Grubenbereich innerhalb weniger Stunden in einen nassen umwandeln, je nach hydrostatischem Druck in den umgebenden Schichten und Wasserdurchlässigkeit der Gesteinsmatrix, die Wasser zum Riss führt.
Cases sind in Kohle- und Erzgruben am problematischsten, wo Wasseransammlung Sicherheitsrisiken schafft, die Leistung senkt und den Förderverkehr erschwert. Ein Case kann nur wenige Millimeter breit sein und dennoch so viel Wasser liefern, dass manuelle Pumpen überwältigt werden oder zusätzliche mechanische Entwässerungsanlagen erforderlich sind. Die Richtung eines Case in Bezug auf das Einfallen der Schichten bestimmt, wie Wasser fließt, sobald es in die Grube eindringt; ein Case, der parallel zum Flöz oder zur Lagerstätte verläuft, kann Wasser über die gesamte Länge einer Abbaufront tragen, während ein Case, der das Einfallen kreuzt, es zum tiefsten erreichbaren Punkt führt.
Erkennung und Behandlung
Bergleute erkennen Cases durch Sickerwasser, feuchte Flecken auf freiliegenden Gesteinsflächen oder das Geräusch von fließendem Wasser hinter der Abbaufront. Ist ein Case gefunden, sind die Möglichkeiten begrenzt. Kleine Cases können manchmal mit Ton, Kalk oder anderem Verschlussmaterial abgedichtet werden, doch der Wasserdruck überwindet diese Maßnahmen oft. Größere Cases erfordern ständige Entwässerungsinfrastruktur: Bohrlöcher, die voraus angesetzt werden, um das einfließende Wasser abzufangen und es zu Sammelplätzen oder Pumpstationen zu leiten. In manchen Fällen ist es wirtschaftlicher, diesen Grubenbereich aufzugeben und Ausweichstrecken um das Problem herumzutreiben, als hartnäckigen Wasserzufluss zu bekämpfen.
Der Begriff Case spiegelt die Praktische Sprache der untertägigen Arbeiter wider: der Riss erscheint als eine isolierte Öffnung oder Höhlung (ein Case im Sinne eines Hohlraums oder Behälters), durch die Wasser in den trockenen Arbeitsbereich eindringt. Er unterscheidet sich von verteiltem Sickerwasser durch poröses Gestein, das Bergleute als Träufeln oder Saufen bezeichnen würden. Die Unterscheidung ist betrieblich wichtig, weil ein Case gezielten Einsatz erfordert, während allgemeine Nässe eine Belüftung und Entwässerung der gesamten Sohle verlangt.