Frue-Vanner
Englisch: Frue vanner
Ein Förderband, auf dem Erz durch eine Wasserstömung konzentriert wird; eine Art Buddelwerk.
Frue-Vanner: wasserdurchströmtes Förderband zur Erzsorting nach Dichte
Ein Frue-Vanner ist ein flaches, geneigtes Förderband, das durch einen Wasserstrom läuft und dient zur Trennung dichter Erzpartikel von leichterem Bergematerial. Das Band bewegt sich langsam über eine Neigung, während Wasser senkrecht zu seiner Bewegungsrichtung fließt, wodurch leichte Gangart (wertloses Gestein) fortgespült wird, während schwerere Erzpartikel absinken und mit dem Band zum Auslaufende transportiert werden. Es ist ein auf Schwerkraft und Wasser basierender Konzentrator, grundsätzlich einfacher als mechanische Schüttelrutschen oder Spiralabscheider, aber wirksam für die Primärsorting in Klein- und Mittelbetrieben.
Die Maschine trägt ihren Namen vom Unternehmen Frue, das die Bauart im späten 19. Jahrhundert verfeinerte. Sie funktioniert nach dem Prinzip, dass Wasserwiderstand proportional zu Partikelgröße und Dichte wirkt, sodass eine sorgfältig eingeregelte Durchflussrate feines Bergematerial fortspült, während groberes, schwereres Erz auf der Bandoberfläche verbleibt. Das Band selbst besteht typischerweise aus Gummi oder Baumwolle, ist 1 bis 3 Meter breit und hat eine sanfte Neigung von 5 bis 15 Grad.
Frue-Vanner funktionieren am besten bei Erz, das bereits auf mittlere Körnung zerkleinert wurde, üblicherweise unter 2 bis 10 Millimeter. Aufgabemenge und Wassermenge müssen genau abgestimmt werden: zu wenig Wasser hinterlässt feines Erz vermischt mit Bergematerial; zu viel spült wertvolles Material fort. In der Praxis beobachten Anlagenführer die Dichtetrennung durch Farbe und Zusammensetzung des Auslaufstroms und regeln den Durchfluss laufend nach.
Häufige Probleme sind Verstopfungen, wenn das Aufgabematerial Ton oder Schlamm enthält, der Partikel verkittet, sowie ungleichmäßige Wasserverteilung über die Bandbreite, was zu Zonen schlechter Trennung führt. Der Verschleiß des Bandes selbst ist kontinuierlich, besonders an der Aufgabestelle und am Auslaufende, wo der Partikelaufprall am höchsten ist.
Der Frue-Vanner nimmt eine mittlere Position in der Aufbereitungstechnik ein: billiger und weniger energieintensiv als Spiralabscheider oder Dichtetrennverfahren, aber weniger präzise als moderne Flotationszellen. Er wird noch in handwerklichen und kleineren Gold-, Zinn- und Schwermetallbetrieben verwendet, besonders in Regionen mit reichlich Wasser und begrenztem Kapital für komplexe Maschinen. In größeren Hütten wurde er weitgehend durch Schüttelrutschen und Spiralabscheider verdrängt, wenngleich einige Betriebe Vanner als Vorstufe vor teureren Konzentrierschritten einsetzen.