Fast Telegram
Englisch: fast telegram
Ein Telegramm, das tagsüber oder nachts zum vollen Tarif für sofortige Zustellung versandt wird, üblicherweise mit Mindestgebühr für 10 Wörter oder weniger.
Schnelltelegramm: bezahlte Eilzustellung von kurzen Elektrotelegrammen
Ein Schnelltelegramm war ein kommerzieller Telegraffdienst, der Zustellung am selben Tag oder am nächsten Morgen zu Premiumtarifen anbot und dabei gegen langsamere Nachttarife konkurrierte. Der Absender bezahlte den vollständigen Tagestaktsatz unabhängig vom Übertragungszeitpunkt und garantierte sich damit bevorzugte Bearbeitung durch das Telegrafennetzbüro. Mindestgebühren galten üblicherweise für Nachrichten mit 10 Worten oder weniger, mit Sätzen pro Wort über dieser Grenze.
Der Dienst entstand, weil Telegrafenunternehmen ihre Kunden nach Dringlichkeit und Zahlungsbereitschaft segmentieren mussten. Ein Hersteller, der eine dringende Bestellung bestätigen musste, ein Makler bei zeitsensitiven Geschäften oder ein Spediteur, der sofortige Logistik koordinieren musste, nutzten das Schnelltelegramm für garantierte schnelle Zustellung. Nachttelegramme dagegen warteten in der Schlange auf Übertragung nach Abschluss des Tagesverkehrs und kosteten erheblich weniger, oft 50 Prozent oder niedriger, mit Verzögerungen von 12 bis 18 Stunden.
Praktische Arbeitsweise und Wörtergerechnung
Telegrafenbeamte wendeten strikte Wörtergerechnung an. Namen, Zahlen und Satzzeichen zählten jeweils als einzelne Wörter; standardisierte Adressblöcke (Name, Straße, Stadt, Bundesland) verbrauchten 4 bis 6 Wörter bevor der Nachrichtentext begann. Absender, die kurze dringende Nachrichten verfassten, lernten zu sparen: "BEDINGUNGEN GENEHMIGT STOP BESTÄTIGUNG DRAHTEN" verbrauchte deutlich weniger bezahlte Wörter als "Bitte bestätigen Sie, dass Sie den Bedingungen zustimmen, und senden Sie per Draht Bestätigung des Empfangs." Diese Beschränkung prägte über Jahrzehnte den Stil industrieller und finanzieller Kommunikation.
Der Schnelltelegraphenienst erforderte Unterscheidung bei der Aufgabe. Der Absender erklärte die Nachricht als schnell bei Aufgabe beim Telegrafenbüro; Beamte leiteten sie dann an die Spitze der Übertragungswarteschlange und markierten sie zur bevorzugten Zustellung am empfangenden Ende. Keine spezielle Technik unterschied Schnell- von Standarddienst, nur Betriebspriorität und Abrechnungsklassifizierung.
Die Schnelltelegramm-Kategorie sank nach 1950 deutlich ab, als sich Telefonfunknetz ausdehnten und Nachrichtengeschwindigkeit weniger zu einer Prämiumfunktion wurde. In den 1970ern boten Telegrafenunternehmen wenige formale Dienststufen an, und elektronische Nachrichtensysteme machte die Unterscheidung veraltet. Die Terminologie bleibt in der Industriegeschichte und in behördlicher Regelungssprache für historische Telegrafendienste, aber das Wirtschaftsmodell, das Eilzustellung von Telegrammen zur eigenständigen Produktlinie machte, ist verschwunden.