Putter
Englisch: putter
Ein Arbeiter, der die kleinen Wagen in einem Kohlebergwerk schiebt, um die vom Getter geförderte Kohle zu transportieren.
Putter: Der Bergmann, der Kohle durch das Grubengebäude bewegte
Ein Putter war ein Arbeiter in Kohlegruben, hauptsächlich in britischen Zechen, der beladene Loren und Wagen von der Abbaufront zu den Hauptfördertstrecken schob oder zog. Die Arbeit war körperlich anstrengend und monoton: Ein Putter bewegte pro Schicht dutzende schwere Wagen auf Schienen oder Tramways, teilweise über mehrere hundert Meter Entfernung durch enge Flöze. Der Job erforderte Kraft und Ortskenntnis des Grubenaufbaus, da Putter im Dunkeln (oder mit primitiven Leuchten) arbeiten mussten und ihre Wege auswendig lernen mussten.
Putter nahmen eine bestimmte Stellung in der Arbeitshierarchie der Grube ein: sie standen unter den Gettern (denjenigen, die Kohle mit Spitzhacke und Schaufel abbauten) und über den Trappern (Kindern, die Bewetterungstüren öffneten und schlossen). Die Arbeitsteilung bedeutete, dass ein Getter einen ganzen Schicht Kohle abbaute, während ein oder mehrere Putter das Herausgeförderte wegschafften. In sehr produktiven Flözen konnte ein einzelner Getter mehrere Putter beschäftigen. Die Lohnstruktur band oft direkt den Lohn des Putters an die Leistung des Getters, was wirtschaftlichen Druck aufbaute, schneller zu arbeiten, unabhängig von den Bedingungen.
Flöze, Strecken und Arbeitsablauf
In dünnen Flözen (manchmal nur 0,6 bis 0,9 m hoch) musste ein Putter gebückt oder kriechend schwere Loren schieben und war dadurch für acht bis zehn Stunden in anstrengenden Körperhaltungen tätig. Dickere Flöze ermöglichten aufrechteren Arbeitseinsatz, bedeuteten aber typischerweise längere Entfernungen zur Oberfläche oder zu Sammelpunkten am Schacht. Die Loren selbst wogen beladen 40 bis 60 kg, und die Schienen waren oft uneben oder durch Kohlenstaub und Verschmutzung behindert, was die Fortbewegung langsam und unfallträchtig machte.
Die Rolle des Putters nahm im Laufe des 20. Jahrhunderts ab, da mechanische Förderanlagen und Lokomotivenförderung die von Menschen angetriebene Lorenbewegung ersetzten. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts hatten große Gruben die Position durch kontinuierliche Förderanlagen weitgehend eliminiert. Die Berufsbezeichnung hielt sich am längsten in kleineren, älteren oder weniger modernisierten Zechen in Wales, Schottland und Nordengland, doch die Mechanisierung machte den Job letztlich überflüssig. Der moderne Bergbau erfordert noch immer Materialförderung unter Tage, doch dies wird jetzt durch Dieselfahrzeuge, Förderanlagen und spezialisierte Fördermannschaften durchgeführt, nicht durch Einzelne, die Loren schieben.
Das Wort selbst stammt vom Verb put, das Schieben oder Bewegen bedeutet. Putter wurden in einigen Regionen auch Hurrier genannt, was den ständigen Druck widerspiegelt, das Tempo zu halten. Der Beruf ist heute hauptsächlich von historischem Interesse, bleibt aber wichtig für das Verständnis der sozialen und physischen Struktur des Steinkohlenbergbaus vor der Mechanisierung.