SpracheEnglishDeutsch
Zerspanung

zerspanlos

Englisch: chipless

adjectiveZerspanung

Schneidet oder formt ein Material, ohne Späne zu erzeugen.

Spanlos: Bearbeitung ohne Zerspanabfälle

Spanlose Bearbeitung entfernt oder formt Material, ohne die Zerspäne zu erzeugen, die konventionelle Zerspantechnik hinterlässt. Statt dass ein Werkzeug gekräuselte oder gebrochene Metallstücke, Kunststoff- oder Verbundfaserstücke abhebt, verformen, strangpressen oder verdichten spanlose Verfahren das Werkstück in seine endgültige Form. Häufige spanlose Techniken sind Kaltumformen, Kugelstrahlen, Burnishing und einige reibungsbasierte Prozesse.

Bei der Kaltumformung zwingt ein gehärteter Stempel oder eine Matrize das Material ohne Wärmezufuhr in Form. Typische Anwendungen sind das Kopfenschlagen von Bolzen aus Draht, das Prägen von Kanten auf Blechen und das Schwinden von Rohren. Das Material fließt unter Druck plastisch; die Kornstruktur richtet sich neu aus, aber kein Material verlässt das Werkstück. Dieses Verfahren funktioniert gut bei duktilen Metallen wie Aluminium, Kupfer und Baustahl, wo das Material in komplexe Formen gepresst werden kann, ohne zu reißen. Gehärtete Werkzeugstahlmatrizen müssen enormen Kontaktdrücken standhalten, oft im Bereich von 100.000 bis 300.000 psi.

Wann sich Spanlosigkeit wirtschaftlich lohnt

Spanlose Verfahren glänzen, wenn Abfall zählt. Ein Träger aus Blech gestanzt verbraucht fast das ganze Material; gefräst bleibt die Hälfte Verschnitt übrig. Ein Rohrfitting geschwunden spart die innere Bohrung, die Bohren entfernen würde. Bei teuren Werkstoffen, Titan oder Edelstahlstangenmaterial, rechtfertigt der Materialvorteil durch Vermeidung von Spanbildung die Werkzeuginvestition. Spanlos läuft auch schneller als Zerspanabnahme bei Großserienteilen, weil die Vorschubgeschwindigkeit enorm sein kann und die Werkzeuglebensdauer oft länger ist, da die Schnitttemperaturen niedrig bleiben.

Der Nachteil ist Steifigkeit. Ein Kaltumformwerkzeug muss kraftvoll genug konstruiert sein, um den Kräften ohne Durchbiegung standzuhalten. Matrizen und Stempel verschleißen und können reißen, wenn die Werkstückhärte ansteigt oder das Material schwankt. Spanlose Verfahren erfordern auch strengere Kontrolle des eingehenden Materials: Korngröße, Härte und Oberflächenzustand beeinflussen alle, ob Material wie beabsichtigt fließt oder reißt. Konventionelle Bearbeitung verzeiht Abweichungen besser, weil das Werkzeug einfach Unebenheiten wegschneidet.

Spanlos ist kein einzelnes Verfahren, sondern eine Familie. Strangpressen formt Rohre und Stangen kontinuierlich, indem Metall heiß oder kalt durch eine Matrize gepresst wird. Burnishing glättet ein gebohrtes oder geriebenes Loch, indem ein gehärteter Kugel- oder Rollenläufer darin rollt, die Oberfläche verdichtet und die Härte erhöht, ohne Material zu entfernen. Umlaufschmieden hämmert einen Rohling zwischen oberen und unteren Matrizen. Jedes Verfahren dient unterschiedlichen Serien- und Genauigkeitsanforderungen, aber alle zielen darauf ab, ein Werkstück mit minimalem Verschnitt und maximaler Materialeffizienz fertigzustellen.

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