Verbindungsstrecke
Englisch: chord
Abschnitt einer Nebenstrecke, die zwei sich auf verschiedenen Ebenen kreuzende Hauptgleise miteinander verbindet und den Verkehrsfluss zwischen ihnen ermöglicht.
Chord: eine Umgehungsstrecke zwischen niveaugetrennten Eisenbahnstrecken
Ein Chord ist eine Verbindungsstrecke, die zwei Eisenbahnhauptlinien miteinander verbindet, die sich in verschiedenen Höhen kreuzen. Sie ermöglicht es Zügen, zwischen den Linien zu wechseln, ohne die Niveautrennung selbst zu nutzen. In einer typischen Anordnung kreuzen sich zwei Linien an einer Kreuzungsstelle, wobei eine Linie über der anderen auf einer Brücke oder einem Viadukt verläuft; der Chord ist eine vierte Strecke oder manchmal ein Streckenpaar, das sich spiralförmig oder schräg von der unteren Linie zur oberen Linie aufwärts windet und so einen alternativen Streckenverlauf schafft.
Chords sind am häufigsten in großen Rangierbahnhöfen und Umsteigepunkten anzutreffen, wo der Verkehr zwischen zwei separaten Netzen abgewickelt werden muss. Ein Zug, der von der unteren zur oberen Linie fahren muss, kann den Chord nutzen, statt die Hauptkreuzung zu durchfahren. Dies verringert die Belastung der Hauptkreuzung und ermöglicht eine flexiblere Verkehrsleitung. Die Geometrie eines Chords ist in der Regel sanfter als eine direkte Verbindung, da Eisenbahnneigungen begrenzt sind; typische Maximalneigungen für Güterbahnen liegen bei etwa 1,5 bis 2 Prozent, und ein Chord muss diese Vorgaben einhalten, während er über eine ausreichende Distanz an Höhe gewinnt.
Chord-Anordnungen und betriebliche Nutzung
Chords gibt es in zwei Grundformen: eingleisige Chords, die die Bewegung auf eine Richtung beschränken und häufig bei stark einseitigem Verkehrsstrom vorkommen, und zweigleisige Chords, die eine Bewegung in beide Richtungen ermöglichen und bei komplexeren Verkehrsmustern eingesetzt werden. Einige große Rangierbahnhöfe haben mehrere Chords, die verschiedene Linienpaare verbinden. Der Chord selbst wird häufig als eigenständige Route mit eigenen Signalen und Stellwerkslogik ausgelegt, um Konflikte mit Bewegungen auf den Hauptstrecken zu vermeiden.
Der Begriff 'Chord' stammt aus der Geometrie: Wie eine Sehne eines Kreises zwei Punkte auf dem Umfang verbindet, ohne dem Bogen zu folgen, verbindet ein Eisenbahn-Chord zwei Linien unmittelbar, ohne der Hauptkreuzung zu folgen. Dies macht den Chord zu einer praktischen Abkürzung für bestimmte Zugbewegungen, auch wenn dies zusätzliche Gleisanlagen und Komplexität in der Rangierbahnhof- oder Kreuzungsanlage mit sich bringt.
Die Instandhaltung von Chords stellt besondere Herausforderungen dar, da sie in der Regel ein geringeres Verkehrsaufkommen haben als Hauptstrecken, aber dennoch auf vollem Serviceniveau unterhalten werden müssen; ein Gleisgeometrieverschleiß auf einem schwach belasteten Chord ist schwerer vorherzusagen und zu planen. Schnee, Entwässerung und Vegetation sind auch auf aufsteigenden Chords schwerer zu bewirtschaften, da sie sich häufig in weniger befahrenen Teilen des Rangierbahnhofs befinden, wo die Mittel knapp bemessen sein können.