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Bahntechnik

Vierte Klasse

Englisch: fourth class

Eine Fahrkarte im Eisenbahnverkehr, die früher in einigen Ländern angeboten wurde.

Vierte Klasse: Das billigste und einfachste Bahnticket, das je verkauft wurde

Die vierte Klasse war die unterste Stufe der Eisenbahnerbeförderung für Passagiere und fand sich hauptsächlich in kontinentaleuropäischen Bahnen während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Fahrgäste saßen in kahlen Holzabteilen mit minimalem Komfort, oft stehend bei überfüllten Zügen. Diese Klasse lag unter der dritten Klasse, die selbst nach heutigen Maßstäben spartanische Verhältnisse bot. Die Fahrpreise der vierten Klasse waren etwa halb so hoch wie die der dritten Klasse, was Eisenbahnfahrten für Arbeiter, Landarbeiter und die ärmsten städtischen Bevölkerungsschichten ermöglichte, die sonst zu Fuß gegangen wären oder Pferdewagen benutzt hätten.

Diese Klasse entstand, als Eisenbahnen um Fahrgäste konkurrierten und Umsätze steigern wollten. Britische Bahnen betrieben vierte Klasse etwa ab den 1840er Jahren, wobei diese Kategorie im frühen 20. Jahrhundert allmählich in die dritte Klasse aufging. Deutsche, französische und österreichische Bahnen behielten vierte Klasse bis weit in die Zwischenkriegszeit. Die Wagen waren oft der älteste Bestand mit harten Bänken, ohne Heizung und mit begrenzter Belüftung. Fahrten in der vierten Klasse konnten sich verlängern, da diese Züge langsamer fuhren oder mehr Haltestellen machten.

Die vierte Klasse verschwand allmählich, als Gewerkschaften auf Arbeitsschutz und Mindeststandards drängten und die dritte Klasse selbst mit gepolsterten Sitzen und besseren Einrichtungen erträglicher wurde. Bis in die 1950er Jahre hatten die meisten europäischen Bahnen ihre Fahrgastklassen auf zwei oder drei Stufen reduziert. Einige regionale Betreiber hielten länger an vierter Klasse fest, doch die Kategorie wurde wirtschaftlich unrentabel und gesellschaftlich unhaltbar Mitte des Jahrhunderts. Heute existiert sie nur noch in Geschichtsaufzeichnungen und historischen Bahnliteraturwerken.

Der Begriff widerspiegelt die strikte Klassenhierarchie des Eisenbahntransports des 19. Jahrhunderts. Erste und zweite Klasse waren dem Wohlstand vorbehalten; dritte Klasse beförderte Mittel- und Arbeiterschicht; vierte Klasse bediente jene, für die selbst die dritte Klasse eine bedeutsame Ausgabe darstellte. Die Namengebung war direkt und transparent, anders als moderne Euphemismen wie Economy oder Basic. Das Verständnis der vierten Klasse ist unerlässlich für alle, die sich mit Eisenbahngeschichte, Arbeitsbedingungen oder der Wirtschaft des Massentransports vor der Motorisierung befassen.

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