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Schiffbau und Werft

Cloff

Englisch: cloff

Ein Gewichtszuschlag von zwei Pfund je drei Zentner nach Abzug von Tara und Tret; heute nur noch im allgemeinen Sinne für kleine Gewichtsabzüge vom Ausgangsgewicht verwendet.

Cloff: der letzte kleine Abzug des Händlers vom gewogenen Gut

Ein Cloff ist ein gewohnheitsmäßiger Gewichtsabzug, der nach Tara und Tret bereits vom gekauften und verkauften Gut abgezogen wurde. Historisch in Kohle- und Mineralhandel stellte er eine festgelegte Toleranz von 2 Pfund pro 3 Zentner (336 Pfund) dar, die dem Käufer als Ausgleich für unvermeidbare Abfälle, Feuchtigkeitsaufnahme oder Handlingsverluste während Transport und Lagerung gewährt wurde. Der Begriff ist in maritimer und Schiffswerftenarbeit noch gebräuchlich, obwohl die ursprüngliche Rechnung aus dem aktiven Gebrauch verschwunden ist.

Die Praxis entstand aus den praktischen Realitäten des Massengüterhandels. Die Tara berücksichtigt das Gewicht von Behältern und Verpackung; Tret deckt eine Toleranz für Wasser und Schmutz ab, die den Waren selbst innewohnen. Cloff kam an dritter Stelle als finaler ausgehandelter Puffer. Ein Verkäufer könnte argumentieren, dass Waren während des Transports einige Pfund durch Verdunstung oder Zerbröckelung verlieren; ein Käufer erwartete, trotz dieser Verluste einen gewissen Gegenwert zu erhalten. Anstatt jede Lieferung zu bestreiten, bauten Händler Cloff als Standardabzug in ihre Verträge ein.

Historischer Hintergrund und moderne Anwendung

Der Begriff stammt aus altnordischen und mittelalterlichen germanischen Handelsbräuchen, wo inkrementelle Toleranzen in nahezu jeder großen Transaktion festgeschrieben waren. Im 18. und 19. Jahrhundert erschien Cloff regelmäßig in Kohlerechnungen, Eisenerzkladigsmanifesten und Getreideladungen. Werften und Händler hielten gedruckte Tabellen mit Cloff-Beträgen für verschiedene Waren und Gewichte bereit. Das System war transparent, aber mechanisch und ließ wenig Raum für Streitigkeiten.

Moderne maritime und Schiffswerftenoperationen berufen sich selten namentlich auf Cloff oder berechnen ihn als festen Prozentsatz. Das Konzept hält sich jedoch in Zusatzklauseln über "normal shrinkage", "acceptable variance" oder "trade allowance" in Massenkaufverträgen. Wer ältere Schiffswerftenverträge liest oder mit Märkten für Altware zu tun hat, kann auf den Begriff in seinem ursprünglichen Sinne treffen, typischerweise angewendet auf Kohle, Altmetall oder Mineralladung.

Das Verständnis von Cloff ist wichtig beim Abgleich historischer Konten oder beim Audit von langjährigen Lieferverträgen, die darauf verweisen. Sein Fehlen in modernen Standards spiegelt verbesserte Wiegetechnik und Containerisierung wider, die beide die Notwendigkeit für und die Ambiguität rund um Toleranzen reduziert haben. Dennoch bleibt seine Logik nachvollziehbar: bei jedem Handel mit Massivgütern und langen Transporwegen ist ein Verlust unvermeidlich, und Cloff war ein ehrlicher Versuch, diese Realität in das Geschäft einzupreisen.

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