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Schiffbau und Werft

Karkasse

Englisch: carcass

Frühes Brandgeschoss für Schiffs-zu-Schiffs-Angriffe mit eiserner Hülle, gefüllt mit Salpeter, Schwefel, Harz, Terpentin, Antimon und Talg mit Flammenlöchern.

Carcasse: eine brennende Eisenkugel, zwischen Kriegsschiffen geworfen

Eine Carcasse ist eine hohle Eisenkugel, typischerweise 12 bis 32 Pfund schwer, konstruiert um Flammen über ein feindliches Schiff zu verbreiten. Anders als Vollkugeln wird die Carcasse mit brennbaren Stoffen gefüllt und hat drei oder vier kleine Bohrungen in ihrer Schale. Wenn sie aus einer Kanone abgefeuert wird, folgt sie einer Wurfparabel und bricht bei Aufprall oder kurz danach auf, wobei brennendes Material über Deck und Takelage des Ziels verteilt wird.

Die Füllmischung war ab dem 17. Jahrhundert in europäischen Marinen standardisiert: Kaliumnitrat und Schwefel bilden die oxidierende Basis, während Harz, Terpentin und Talg als Brennstoff und Bindemittel dienen. Antimon wirkt als Staubungsmittel bei der Lagerung. Diese Zusammensetzung brennt intensiv, sobald die Schale aufbricht, weshalb sie wesentlich gefährlicher ist als gewöhnliche Brandsätze, Pfeile oder von Hand geworfene Brennstoffe. Die kleinen Lüftungsbohrungen ermöglichen einen langsamen Druckaufbau während des Flugs, der beim Aufprall brennende Gase freisetzt.

Carcassen wurden von den 1600er Jahren bis in die frühen 1800er Jahre häufig verwendet, besonders im Gefecht zwischen Schiffen, wo Holzrümpfe und Leinensegel anfällig für Flammen waren. Sie kamen auch in Belagerungen von Befestigungen und beim Küstenbeschuss zum Einsatz. Größere Versionen, manchmal Bomben genannt, wurden dicker gegossen, um längere Flugstrecken zu überstehen. Kleinere Varianten mit 6 bis 8 Pfund wurden als Handgranaten oder aus Haubitzen abgefeuert.

Die Carcasse hatte zwei kritische Schwachstellen: Die Eisenschale war dünn und brach unter der Beanspruchung beim Schuss leicht, wodurch Splitter unprediktabel herumflogen. Zweitens war die brennende Zusammensetzung schwierig zu zünden, wenn das Geschoss zum Liegen kam; schlechte Zünder oder unvollständiges Aufbrechen führten dazu, dass viele Carcassen nicht zündeten. Ab den 1850er Jahren machten Verbesserungen bei Sprenggeschossen und der Übergang zu Eisenrümpfen die Carcasse obsolet, obwohl der Begriff in Marinegeschützlexika lange nach dem Ausmustern des Geschosses erhalten blieb.

Der Name stammt von der Ähnlichkeit der durchlöcherten Eisenkugel zu einem hohlen Skelett oder Kadaver, was ihre Hohlheit betont. In älteren Texten erscheint sie auch als Carcasse oder Karcass, was kontinentaleuropäische Ursprünge des Designs widerspiegelt. Marinen unterschieden sie sorgfältig von der Bombe, die ein schweres Mörsergeschoss mit einem einzelnen großen Zündloch bezeichnete, und von der Granate, die kleiner war und oft von Hand geworfen wurde.

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