Farbkontrollleiste
Englisch: colour bar
Muster mit verschiedenen Tonwertabstufungen zum visuellen und numerischen Vergleich über mehrere Druckbogen oder Seiten hinweg.
Farbleiste: Dichte-Referenzstreifen für Druckkonsistenz
Eine Farbleiste ist ein Streifen mit gedruckten Feldern, der normalerweise an der Kante eines Druckbogens verläuft und eine Reihe von Tonwerten von hell bis dunkel zeigt. Auf Offsetdruckmaschinen und Digital-Druckern dienen diese Leisten als visuelle und messbare Kontrolle: Druckmaschinenführer und Qualitätskontrolleure vergleichen die gedruckten Leisten mit einem Referenzmuster, um zu überprüfen, dass Farbdichte, Passergenauigkeit und Farbkonsistenz während des Drucks im zulässigen Bereich bleiben.
Das häufigste Format besteht aus vier bis sieben quadratischen Feldern in einer Reihe, typischerweise Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK) in voller Intensität, plus abgestuften Feldern mit 25-, 50- und 75-Prozent-Tönen jeder Farbe. Einige Leisten enthalten zusätzliche Felder für Sonderfarben oder erweiterte Farbumfangsfarben. Die Leisten sind im Schnittrand positioniert, außerhalb des endgültigen Schnitts, damit sie auf dem fertigen Produkt nicht sichtbar sind.
Messung und Kontrolle
Druckmaschinenführer nutzen ein Densitometer, um die optische Dichte (OD) jedes Feldes zu messen und zu bestätigen, dass sie dem beim Jobstart festgelegten Sollwert entspricht. Ein typischer Sollwert könnte vorsehen, dass das schwarze Volltonfeld 1,60 OD anzeigt; wenn die Messung auf 1,45 oder 1,75 abweicht, stellt der Maschinenführer die Farbzufuhr oder den Druck nach, um sie zurück in den akzeptablen Bereich zu bringen, der üblicherweise auf plus/minus 0,10 OD festgelegt ist. Bei Mehrfarben-Druckmaschinen ermöglichen separate Farbleisten für jede Druckwerk die Erkennung von Abweichungen einzelner Werke.
Farbleisten zeigen auch Passergenauigkeitsfehler auf: Wenn die Cyan-, Magenta- und Gelbfelder nicht perfekt ausgerichtet sind, zeigt die Leiste sichtbares Farbfransen oder eine Farbverschiebung. Dies warnt den Maschinenführer vor mechanischen Problemen wie Gummituchversatz oder Verschleiß des Druckzylinders, bevor der Fehler sich über das ganze Blatt ausbreitet.
Bei Digital-Druck sind Farbleisten oft automatisch in die RIP-Daten (Raster Image Processor) eingebettet und erscheinen an einer festen Position auf jeder Seite oder auf jeder n-ten Seite. In der Offsetlithografie werden die Leisten während der Belichtung in den Film oder direkt in die Platte eingearbeitet. Die Leisten bleiben ein unverzichtbarer Bestandteil der professionellen Druckkontrolle, weil die nur visuelle Kontrolle die kleinen Dichteschwankungen nicht erkennen kann, die sich über große Auflagen hinweg addieren und zu sichtbaren Farbabweichungen beim Endkunden führen.