Patrize
Englisch: matrix
Bei der Warmmetallsatzsetzung eine Form zum Gießen eines Buchstabens.
Matrix: die Messingform, die flüssiges Metall in Schrift gießt
Beim Warmmetall-Schriftsatz ist eine Matrix ein kleiner rechteckiger Block aus Messing oder Bronze mit einer vertieften Zeichenhöhlung auf einer Seite. Wenn sie in einer Gießmaschine befestigt und von oben mit flüssigem Metall gespeist wird, füllt das Metall die Höhlung und erstarrt zu einer fertig gegossenen Schrift, bereit zum Einschließen in die Satzform. Die Matrix selbst schmilzt nie; sie hält wiederholte Gießvorgänge konstruktionsbedingt aus.
Matrizen werden hergestellt, indem ein gehärteter Stahlstempel mit dem spiegelverkehrten Bild des Buchstabens oder Symbols mit extremer Kraft in weiches Messing geschlagen wird. So entsteht die negative Prägung, die als Form dient. Genauigkeit ist entscheidend: Tiefe, Breite und die exakte Position des Zeichens auf dem Rohling müssen über Tausende identischer Matrizen hinweg gleichbleibend sein, sonst gießen die Schriften in unterschiedlichen Größen oder Höhen und die Presse lädt sich nicht ordnungsgemäß ein.
Die meisten Matrizen werden mit einem Sort kombiniert, einem separat gegossenen Schriftstück für einmalige Korrektionen oder Spezialarbeiten. In großen Betrieben liegen Matrizen aber im Magazin einer Linotype- oder Monotype-Maschine. Eine Linotype-Matrix hängt durch eine Feder in der Gießöffnung; Monotype-Matrizen sitzen in Papierrollen oder Galeerahmen. Ein einzelner Schriftschnitt kann Matrizen für Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Kapitälchen und Ziffern erfordern, jede mit eigener Höhlungstiefe und Stärke, um die unterschiedlichen Ausläufer dieser Zeichen auszugleichen.
Der Verschleiß erfolgt schleichend, aber unaufhaltsam. Nach Zehntausenden Gießvorgängen runden sich die Höhlungswände an den Kanten ab und die Zeichenprägung wird unscharf. Schrift aus verbrauchter Matrix druckt mit weichen Serifen und unsauberen Strichen. Beschädigte Matrizen, zerkratzt, verbogen oder mit Rissen in der Höhlung, erzeugen fehlerhafte Gießteile, die die Setzmaschine blockieren oder Schriftzeilengüsse beim Einschließen stören und kosten Zeit. Sie auszutauschen ist Routinewartung; eine Druckerei hält Reservematrizen bereit.
Der Begriff stammt vom lateinischen mater, Mutter, über mittelalterliche Verwendung im Metallguss. Die Matrix ist tatsächlich die Mutterform, aus der alle Schriftvorkommen entstehen. Dieses Vokabular lebt in der modernen digitalen Typografie fort, wo eine Schriftdatei sogenannte Glyphen enthält, aber das Konzept der Schablone, die wiederholte, identische Formen erzeugt, bleibt unverändert.