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Drucktechnik

abdrucken

Englisch: prove

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Einen Probedruck anfertigen; einen Andruckprobe machen.

Andrucke: einen Testdruck vor der Serienproduktion anfertigen

In der Druckerei bedeutet Andrucken, einen Probedruck von Druckform, Platten oder Film anzufertigen, bevor die volle Produktion startet. Der entstehende Druck, Andruck genannt, zeigt genau, wie der Auftrag in der Serienfertigung aussehen wird. Der Druckwerker kontrolliert damit Passer, Farbstärke, Farbtönung und Bildschärfe, solange Korrektionen noch günstig und schnell möglich sind.

Der Begriff kommt von der älteren Wortbedeutung: testen oder überprüfen. Bei Bleisatz und Hochdruck zog der Druckwerker Farbe über die Druckform und machte per Hand oder Maschine einen Testabzug zum Kontrollieren. Mit dem Offsetdruck verlagerte sich das Andrucken zur Druckmaschine selbst; dort werden die ersten paar hundert Bogen genauestens überprüft, bevor die volle Druckgeschwindigkeit erreicht wird. Digitale Prepress-Systeme erzeugen heute Softproofs auf dem Bildschirm, aber das Prinzip bleibt: vor dem Druck von tausenden Bogen prüfen.

Varianten und aktuelle Praxis

In verschiedenen Druckverfahren wird der Begriff unterschiedlich genutzt. Drucker sprechen von einem Farbandruck, wobei die Separationen im Druck und in der Farbmischung kontrolliert werden, von einem Laufandruck, der während der Produktion gezogen wird, oder von einem Freigabedruck als letzte Kontrolle vor der Jobfreigabe. Im Flexodruck und in der Gravure erfolgt das Andrucken auf der echten Druckmaschine mit reduzierter Geschwindigkeit. Im Offsetdruck geschieht es oft auf einer kleinen Tiegel- oder Testpresse, bevor der Rollenoffset oder Bogenoffset in Produktion geht.

Heute gehört zu modernen Druckworkflows üblicherweise eine digitale Proofphase: Dateien werden geripped und auf einen Inkjet- oder Laserproofer ausgegeben, der Farbe und Oberflächenstruktur des Enddrucks simuliert. Das hat das Ziehen von Kontrollbogen aus laufender Presse vielfach ersetzt, doch Offsetdrucker machen immer noch Testabzüge per Hand, um die maschinelle Einstellung zu verifizieren. Die alte Kunstfertigkeit des Druckwerkers, aus einem Andruck minimale Farbveränderungen, Punktzuwachs oder Passerprobleme zu erkennen, die dem untrainierten Auge entgehen, wird nach wie vor geschätzt.

Der Begriff ist teilweise veraltet, weil viele Maschinen so schnell laufen, dass Pausen zum Andrucken unpraktisch sind, und weil Farbmanagementsoftware die Notwendigkeit für visuelle Überprüfung reduziert hat. Aber das Konzept bleibt: kein großer Druckauftrag geht ohne Kontrolle eines Andrucks zum Versand.

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