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Drucktechnik

Gewerkschaftsplakette

Englisch: union bug

Eine Herstellermarke, die auf ein Werk geprägt wird, um zu zeigen, dass es von Mitgliedern einer Gewerkschaft anerkannt ist; oft ein winziges, längliches Rhomboid mit Identifikationsnamen und der Lokalnummer der Gewerkschaft in mikroskopischer Schrift.

Gewerkschaftsmarke: Nachweis einer gewerkschaftlich hergestellten Arbeit

Eine Gewerkschaftsmarke ist ein kleines gedrucktes Zeichen, typischerweise 0,5 bis 1 Zoll breit, das auf fertige Arbeiten aufgebracht wird, um zu bescheinigen, dass der Auftrag von Gewerkschaftsmitgliedern hergestellt wurde. Im Druckgewerbe erscheint sie am häufigsten in der Kopfzeile von Zeitungen und Zeitschriften oder in der Fußzeile von Broschüren und Direktmailing. Das Zeichen selbst ist eine Raute oder ein Rechteck mit dem Namen der Gewerkschaft (normalerweise die International Association of Printing and Lithographers oder ein regionales Pendant), einer Lokalnummer und manchmal den Initialen des Druckers oder Setzers.

Die Marke dient als Arbeitszertifikat und ist für Leser und Kunden sichtbar. Ihre Anwesenheit signalisiert den Käufern, dass Gewerkschaftssätze bezahlt wurden, Gewerkschaftsbedingungen eingehalten wurden und Standards der Gewerkschaftslehre erfüllt wurden. Gewerkschaftliche Betriebe nutzen sie als Verkaufsargument; nicht gewerkschaftliche Betriebe dürfen sie nicht legal anbringen. Das Zeichen wurde in der Zeitungs- und Gebrauchsgrafik Mitte des 20. Jahrhunderts Standard, als die Gewerkschaftsmitgliedschaft in den Druckberufen ihren Höhepunkt erreichte.

Die Platzierung variiert je nach Medium. In Zeitungen erscheint die Marke in der Nähe des Namenslogos oder in einer Ecke der Titelseite. In Zeitschriften sitzt sie auf der Titelseite oder der Inhaltsseite. Bei gewerblichen Arbeiten wird sie überall dort angebracht, wo Platz verfügbar ist, oft auf der Rückseite oder in kleiner Schrift. Designer müssen bei der Gestaltung Platz dafür reservieren; sie kann nicht nachträglich hinzugefügt werden, ohne andere Elemente zu vergrößern. Größe und genaue Gestaltung der Marke werden durch den örtlichen Gewerkschaftsvertrag vorgegeben.

Die Marke ist in der modernen Druckindustrie umstritten. Da die Gewerkschaftsmitgliedschaft in der Branche seit den 1980er Jahren stark gesunken ist, tragen weniger Betriebe das Zeichen. Manche Druckkäufer suchen gezielt nach gewerkschaftlich gekennzeichneter Arbeit aus ethischen Gründen; andere sehen die Marke als Relikt einer älteren Arbeitszeit. Digitaldruck und Print-on-Demand-Shops, die in der Regel nicht gewerkschaftlich organisiert sind, haben die Verbreitung des Zeichens weiter verringert. Gewerkschaftslokale stehen nun unter Druck, die Marke optional oder weniger prominent zu machen, um das Geschäft zu halten.

Der Begriff 'Marke' selbst hat keine klare Herkunft in der Druckgeschichte. Er könnte sich von der geringen Größe des Zeichens ableiten oder vom Gebrauch von 'bug' als Slang für amtliche Stempel oder Siegel. Das Zeichen unterscheidet sich von einem Wasserzeichen (das in das Papier eingebettet ist) und einem Kolophon (das den Drucker nennt, aber keine Arbeitszertifizierung trägt). Eine Gewerkschaftsmarke steht für einen Arbeitsvertrag, nicht bloß für die Nennung des Herstellers.

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