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Textiltechnik

Cotillon

Englisch: cotillion

Eine Wollstoffart für Damenröcke.

Cotillon: Köperbindiges Wollstoffgewebe für Röcke

Cotillon ist ein Wollgewebe in Leinwand- oder Köperbindung, das traditionell für Damensröcke und -kleider gewebt wird. Es handelt sich um einen mittelschweren Stoff, typischerweise zwischen 10 und 14 Unzen pro Quadratyard, hergestellt aus gekämmten Wollgarnen in Ein- oder Mehrfachkonstruktion. Der Stoff hat eine glatte Oberfläche und wird häufig mit leichtem Flor oder Bürsten veredelt, um die Weichheit zu erhöhen und den Glanz zu reduzieren. Dadurch unterscheidet er sich von strapazierfähigeren Tweeds oder Anzugsstoffen.

Die Bindungsstruktur variiert je nach Fabrikpraxis leicht. Leinwandbindige Cotillons sind einfach und wirtschaftlich; Köpervarianten bieten besseren Fall und ein feines Diagonalmuster, das Verschleißerscheinungen und Knitterfalten effektiver verdeckt als glatte Gewebe. Die Färbung erfolgt entweder vor dem Kämmen auf der rohen Faser oder auf dem fertigen Stoff, je nach gewünschtem Farbton und Wirtschaftlichkeit. Natürliche Braun-, Grau-, Schwarz- und gedämpfte Töne waren historisch Standard, doch ab dem zwanzigsten Jahrhundert kamen hellere Färbungen häufiger vor.

Cotillon durchläuft mehrere Veredelungsprozesse. Nach dem Weben wird der Stoff gereinigt, um Öle und Verschmutzungen zu entfernen, dann gewalkt, um die Bindung zu straffen und zu verdichten. Ein leichtes Bürsten oder Florieren folgt, um Oberflächenfasern aufzurichtung und das Griffgefühl zu verbessern. Einige Fabriken behandelten den Stoff mit einer dünnen Appretur oder Stärkefinish, um Körper und Griffgefühl im fertigen Kleidungsstück zu verbessern. Der Stoff wurde je nach gewünschter Silhouette und erforderlichem Fall schräg oder in Kettrichtung zugeschnitten.

Cotillon konkurrierte ab den 1950er-Jahren mit Baumwoll-Woll-Mischungen und Synthesefaserstoffen. Seine Dichte und Elastizität machten ihn sowohl für Alltags- als auch für hochwertige Röcke geeignet, obwohl er sorgfältiges Pressen erforderte und als Wollstoff anfällig für Mottenschäden und Pillingbildung bei starker Beanspruchung war. Der Begriff ist aus der modernen Fabriksprache weitgehend verschwunden und wurde durch präzisere Faser- und Konstruktionsspezifikationen ersetzt.

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