couchen
Englisch: couch down
Einen Faden mit kleinen Stichen auf einem Stoff befestigen, um eine Texturwirkung zu erzeugen
Unterlegstich: Faden flach aufnähen für Oberflächenstruktur
Der Unterlegstich ist die Technik, einen dekorativen Faden, ein Garn oder eine Kordel auf die Stoffoberfläche zu legen und mit kleinen Stichen zu sichern, normalerweise mit einem feineren Faden in einer passenden oder kontrastierenden Farbe. Der verlegte Faden liegt sichtbar oben auf dem Stoff, statt durch die Webstruktur gezogen zu werden, und erzeugt erhabene Linienmuster und Tiefenwirkungen, die flache Stickerei nicht erreichen kann.
Das Verfahren funktioniert, indem man den dekorativen Faden entlang der gewünschten Linie oder Form platziert und ihn dann in regelmäßigen Abständen, etwa alle 3 bis 6 Millimeter je nach Stärke des verlegten Fadens und gewünschter Haltbarkeit, senkrecht dazu mit Stichen befestigt. Ein einzelner Nähfaden läuft über den verlegten Faden und zurück durch den Grundstoff und verankert ihn, ohne den dekorativen Faden selbst zu durchstechen. Die Stiche müssen fest genug sein, um ein Verrutschen zu verhindern, aber nicht so fest, dass sie den verlegten Faden verformen oder reißen, besonders wenn dieser aus zartem Metallgarn oder Seide besteht.
Der Unterlegstich eignet sich für Materialien, die zu dick, zu empfindlich oder zu wertvoll sind, um auf herkömmliche Weise durch den Stoff gezogen zu werden. Mit Gold und Silber umwickelte Fäden, Seidenbänder, Chenille und schwere Kordeln sind übliche Kandidaten für den Unterlegstich in Hand- und Maschinenarbeit. Der Maschinenunterlegstich verwendet einen speziellen Fuß, der den verlegten Faden führt, während die Nadel neben ihm einsticht; der manuelle Unterlegstich erfordert sorgfältige Handkontrolle und gleichmäßige Fadenspannung. Einige Maschinen haben einen Flechtfuß oder Perlstickfuß, um mehrere Fäden gleichzeitig zu verarbeiten.
Der Begriff stammt vom französischen coucher, was bedeutet aufliegen. Der historische Unterlegstich erscheint häufig in kirchlichen Gewändern, Wappenstickereien und Luxuskleidung, wo der Schutz von Goldfäden und sichtbare Pracht Priorität hatten. Im Gegensatz zur traditionellen Stickerei, bei der der Faden die Stichform ist, macht der Unterlegstich den verlegten Faden zum primären visuellen Element und die befestigenden Stiche nahezu unsichtbar, sofern der Stickfaden dem Grundstoff farblich sehr ähnlich ist.
Häufige Herausforderungen sind Faltenbildung bei zu fest gezogenen Stichen, Verrutschen bei zu lockerer Spannung und Fadenbiss, wenn das verlegte Material am Nähfuß oder der Nadel hängenbleibt. Unterlegstickerei ist arbeitsintensiv und bleibt in hochwertiger Textilkunst größtenteils Handarbeit, obwohl Industriemaschinen mit speziellen Aufsätzen wiederholte Unterlegstiche bei Kleidungstressen und technischen Textilien bewältigen. Das Ergebnis ist haltbar, wenn es richtig ausgeführt wird, da die befestigenden Stiche die Belastung tragen und nicht der dekorative Faden.