Schichtfuge
Englisch: coursing joint
Eine Fuge zwischen zwei Schichten bei Mauerwerk.
Lagerfuge: die Mörtelfuge zwischen Mauerwerksschichten
Eine Lagerfuge ist das horizontale Mörtelbett zwischen aufeinanderfolgenden Schichten, also zwischen Ziegeln, Blöcken oder Steinen in einer Mauerwerkswand. Sie verläuft über die gesamte Wandbreite, trägt die Last der darüber liegenden Schicht und verbindet diese mit der darunter liegenden. Die Dicke einer Lagerfuge liegt im modernen Mauerwerksbau typischerweise zwischen 10 und 12 mm, variiert aber je nach Materialabmessungen und Vorgaben.
Die Qualität und Haltbarkeit von Lagerfugen hängen stark von der Mörtelmischung und der Verarbeitung ab. Der Mörtel muss plastisch genug sein, um Hohlräume vollständig auszufüllen, aber fest genug, um die Last darüber zu tragen, ohne beim Verlegen übermäßig herauszuquellen. Schwacher Mörtel oder unvollständiges Verfüllen hinterlässt Lufteinschlüsse, die Feuchtigkeit speichern und die Haftung schwächen. Andererseits kann Mörtel, der zu steif ist, nicht richtig verdichtet werden und hinterlässt feine Risse, die zu Wassereindringung führen.
Instandhaltung und Schäden
Lagerfugen versagen durch verschiedene Mechanismen: Frosteinwirkung zerstört Mörtel in feuchtem Klima, Sulfatangriff durch Salze aus Boden oder Wasser, und einfache Erosion durch Wind und Regen. Das Verfugen, also das Entfernen beschädigten Mörtels und sein Ersatz durch neues Material, ist eine der häufigsten Instandhaltungsarbeiten an Ziegel- und Steingebäuden. Die Tiefe des neu ausgeritzten Mörtels beim Verfugen muss dem Original entsprechen, typischerweise ein Drittel der Dicke der ursprünglichen Lagerfuge, um Spannungskonzentrationen an der neuen Fuge zu vermeiden.
Der Ausdruck Lagerfuge unterscheidet das horizontale Bett von der vertikalen Fuge zwischen nebeneinander liegenden Steinen, die Stoßfuge oder Kopffuge genannt wird. Diese erfordern unterschiedliche Mörteldrücke und Verdichtungstechniken. Bei Quadermauerwerk und anderen hochwertigen Arbeiten werden Lagerfugen oft ausgekratzt, gestrichen oder gewittert, um Wasser ablaufen zu lassen und das Erscheinungsbild zu verbessern, was die Kosten und Anforderungen an die Handwerkskunst beim Bau erhöht.