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Metallurgie

Krokodilzange

Englisch: crocodile squeezer

Eine Art Backenpresse zur Entfernung von Schlacke aus und zur Verfestigung des Frischballs.

Krokodilpresse: Backenpresse zum Verdichten von Schweißeisen

Eine Krokodilpresse ist eine mechanische Presse mit zwei schweren Backen, die einen Schweißeisenball greifen und zusammenpressen. Die Vorrichtung quetscht Schlacke, Zunder und eingeschlossene Gase aus der heißen Metallmasse heraus und verdichtet die Masse gleichzeitig zu einem homogeneren, walzfähigen oder schmiedbaren Block. Sie sitzt in der klassischen Schweißeisenherstellung zwischen Schweißofen und Walzwerk.

Die Presse verdankt ihren Namen der Form ihrer Backen, die sich wie ein Krokodilmaul öffnen und schließen. Die untere Backe bleibt feststehend, während die obere Backe unter hydraulischer oder mechanischer Kraft herabfährt und einen Druck von mehreren hundert Tonnen ausübt. Der Schweißball mit typischerweise 50 bis 150 Pfund im heißen Zustand wird auf der unteren Backe positioniert und erfasst, wenn sich die obere Backe schließt. Mehrere Verdichtungsvorgänge sind oft erforderlich, wobei der Ball zwischen den Durchläufen gedreht wird, um gleichmäßiges Verdichten zu gewährleisten.

Zweck und Betrieb im Arbeitsablauf

Schweißen erzeugt eine heterogene Masse mit Schlacke- und Zundernestern, die in der gesamten Metallstruktur verteilt sind. Die Hauptaufgabe der Presse ist mechanischer, nicht chemischer Natur: Sie treibt diese Verunreinigungen durch die Metalloberfläche und in Risse, wo sie oxidieren und durch anschließendes Lumpen oder Hämmern entfernt werden können. Gleichzeitig verbindet der anhaltende Druck die Metallpartikel miteinander, erhöht die Dichte und verbessert die Festigkeit. Die Temperatur während des Pressens muss über der Schweißtemperatur des Eisens liegen, typischerweise 2100 bis 2200 Grad Fahrenheit, sonst verdichtet sich das Metall nicht richtig.

Der Zeitpunkt ist ausschlaggebend. Wenn der Ball unter Schweißtemperatur erkaltet, wird er durch das Pressen nur verformt, ohne zu verdichten. Wenn er zu heiß und plastisch ist, kann der Ball unvorhersehbar austreten oder an den Backen haften bleiben. Erfahrene Arbeiter beurteilen den richtigen Moment nach Farbe und Handlingverhalten. Der aus der Presse kommende verdichtete Block wird dann sofort im heißen Zustand zum Walzwerk gebracht oder abgekühlt beiseitegelegt, um später wieder aufgeheizt und weiterverarbeitet zu werden.

Die Krokodilpresse stellt eine Lösung für eine grundlegende Herausforderung der Eisenmetallurgie dar: Die schwammige Erzeugnis des Schweißofens in hochwertiges Schweißeisen umzuwandeln. Andere Verfahren wie Kipp- oder Fallhammerverdichtung oder manuelles Lumpen unter dem Fallhammer verfolgten ähnliche Ziele, erforderten aber mehr Arbeitskraft und boten weniger Kontrolle. Die mechanische Konsistenz der Presse machte sie vom 19. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert zu einer Standardausrüstung gut ausgestatteter Schweißmühlen, bevor Lichtbogenöfen und modernes Stahlverfahren die Schweißerei überflüssig machten.

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