Querschlag
Englisch: crossheading
Eine schmale Belüftungsöffnung, die durch Kohle oder Gestein getrieben wird und zwei Streckenzüge trennt.
Querschlag: Belüftungsstollen zwischen Hauptstrecken im Bergwerk
Ein Querschlag ist ein kurzer Stollen, der senkrecht zu den Hauptstrecken eines Steinkohlenbergwerks aufgefahren wird und zwei parallele Strecken miteinander verbindet. Seine Hauptaufgabe ist die Regelung der Luftströmung durch die Bergbauanlagen, indem er Bewetterungsluft von einer Strecke zur anderen führt, stagnierende Zonen aufbricht und sicherstellt, dass Frischluft zu aktiven Abbaubereichen gelangt, während Rückluft einen freien Weg zu Ausziehschächten hat.
In der Praxis ist ein Querschlag typischerweise 15 bis 50 Meter lang, wobei die Länge je nach Grubenbau und Flözgeometrie variiert. Der Stollen wird durch das Kohleflöz selbst aufgefahren oder, wenn die Kohle auskeilt, durch die umgebende Gesteinsschichten. Die Breite ist normalerweise minimal, oft nur 2 bis 3 Meter, da die Öffnung nur die Luftbewegung ermöglichen muss und nicht für Transport oder Personenverkehr bestimmt ist. Die Höhe folgt soweit möglich der Flözmächtigkeit, um die Aufwältigung gering zu halten.
Bewetterungsaufgabe und Lage
Querschläge funktionieren als Teil eines geplanten Bewetterungskreislaufs. Frischluft fährt eine Hauptstrecke hinab, verzweigt sich durch Querschläge zu den Abbauorten und kehrt über eine separate Strecke zurück. Ohne sie würde die Luft den Weg des geringsten Widerstands nehmen und einzelne Bereiche unzureichend belüftet lassen. In tieferen Bergwerken mit mehreren Flözen ermöglichen Querschläge in verschiedenen Teufen die vertikale Luftbewegung und verhindern Druckunterschiede, die Gas in unbeabsichtigte Wege zwingen können.
Der Begriff spiegelt die Geometrie wider: Es ist ein Stollen (ein aufgefahrener Hohlraum oder Tunnel), der von einer Hauptstrecke zur anderen führt. Die historische Verwendung stammt aus der Zeit vor modernen Bewetterungsventilatoren; frühe Bergwerke verließen sich auf natürliche Konvektion und gezieltes Streckendesign, um Luft zu bewegen, was Querschläge zu unverzichtbarer Infrastruktur statt optionalem Zubehör machte. Moderne Bergwerke nutzen sie trotz mechanischer Bewetterung weiterhin, da sie Redundanz bieten und eine präzise Kontrolle der Luftverteilung ohne Erhöhung der Ventilatorleistung ermöglichen.
Querschläge sind eine häufige Problemstelle. Bergschläge oder Kohleversatz können sie blockieren und zwingen die Luft, beabsichtigte Wege zu umgehen. Wasserzufluss in einem tiefen Querschlag verringert die wirksame Fläche. In gashaltigen Bergwerken kann ein verlegter Querschlag zu gefährlichen Methansammlungen in der umgangenen Strecke führen. Regelmäßige Überprüfung und Instandhaltung von Querschlägen gehören daher zur routinemäßigen Vermessungsarbeit, und ihr Zustand ist ein Faktor bei jeder Grubensicherheitsprüfung.