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Metallurgie

Zyanidlaugung

Englisch: cyanidation

Gewinnung von Gold oder Silber aus ihren Erzen durch das Zyanid-Verfahren

Cyanidlaugerei: Gold in Cyanid auflösen, um es aus dem Erz zu trennen

Die Cyanidlaugerei ist ein hydrometallurgisches Verfahren zur Gewinnung von Gold und Silber aus gemahlenem Erz mit wässriger Cyanidlösung. Das Erz wird zu feinem Pulver gemahlen, mit Wasser gemischt und mit Natriumcyanid oder Calciumcyanid bei einem pH-Wert von 10 bis 11 behandelt. Unter diesen Bedingungen bilden Cyanidionen lösliche Komplexe mit Gold und Silber, die diese aus der Gesteinsmatrix auslaugen, während die meisten Basismetalle zurückbleiben. Die angereicherte Lösung wird dann durch Filtration oder Sedimentation von den Erzbrocken getrennt, und die Edelmetalle werden durch Fällung oder Adsorption auf Aktivkohle zurückgewonnen.

Die Chemie beruht auf der äußerst hohen Stabilität des Gold-Cyanid-Komplexes Au(CN)2-, der sich unter schwach alkalischen Bedingungen bildet. Sauerstoff muss in Lösung vorhanden sein, damit die Reaktion abläuft; ohne ihn stoppt die Laugerei. Temperatur, pH-Wert, Cyanidkonzentration und Sauerstoffgehalt beeinflussen alle die Extraktionsgeschwindigkeit und Ausbeute. Typische Betriebe arbeiten bei 20 bis 30 Grad Celsius mit Cyanidkonzentrationen zwischen 0,5 und 2 Gramm pro Liter. Unter diesen Bedingungen können 70 bis 90 Prozent des Golds in 24 bis 48 Stunden abhängig von Erzqualität und Feinteiligkeit extrahiert werden.

Die Cyanidlaugerei verdrängte ältere Verfahren wie Röstung und Schwerkrafttrennung, weil sie schneller ist, feinere Partikel zurückgewinnt, die die Schwerkrafttrennung nicht erfasst, und weniger Kapitalausrüstung erfordert. Sie ist das dominierende Verfahren im großen Maßstab beim Goldabbau weltweit. Bei der Haldenlaugerei wird Cyanidlösung durch gestapeltes Erz auf einer Fläche durchsickert; sie benötigt Tage oder Wochen, senkt aber die Kosten für minderwertiges Material. Die Bottichhlaugerei wird für reichhaltigere Erze verwendet und erreicht schnellere Kinetik in gerührten Behältern.

Probleme und Einschränkungen

Cyanid ist giftig, und seine sichere Handhabung ist ein großes Betriebs- und Regelungsanliegen. Einige Erze enthalten Mineralien, die Cyanid aufzehren, ohne Gold aufzulösen, was zu längeren Laugzeiten und höheren Lösungskosten führt. Kupfer-, Zink- und Eisenmineralien im Erz können auch stabile Komplexe mit Cyanid bilden und mit der Goldlaugerei konkurrieren. Kohlehaltiges Material im Erz kann gelöstes Gold absorbieren und seine Rückgewinnung verhindern. Vorbehandlung durch Röstung oder oxidative Laugerei ist manchmal erforderlich, um diese Hindernisse zu bewältigen.

Haldenverwerfung und Cyanidabbau sind entscheidend für die Genehmigung und Betriebsbeendigung. Cyanid wird typischerweise durch Oxidation mit Chlor, Wasserstoffperoxid oder Permanganat vor der Haldenlagerung abgebaut. Einige Rechtsgebiete verlangen jetzt Cyanidrückgewinnung und Recycling. Der Name selbst stammt von der Cyan-Färbung bestimmter Cyanidsalze, obwohl die bei der Laugerei verwendete Lösung farblos ist. Die Prozessbezeichnung ist generisch geworden, trotz der Verwendung verschiedener Cyanidreagenzien und Rückgewinnungspfade in der Praxis.

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