Eigenlast
Englisch: dead load
Das Gewicht einer Konstruktion selbst, einschließlich des Gewichts von fest mit ihr verbundenen Einrichtungen oder Ausrüstungen.
Eigengewicht: das ständige Gewicht der Konstruktion selbst
Eigengewicht ist das ständige Gewicht eines Gebäudes oder einer Konstruktion selbst: Beton, Stahl, Holz, Ziegel, technische Anlagen und alle fest verschraubten Komponenten. Im Unterschied zu Nutzlasten (Personen, Schnee, Wind) verändern sich Eigengewichte nach Fertigstellung nicht. Sie wirken ständig nach unten und müssen von Fundamenten, Trägern und Stützen ab dem Moment des Aufrichtens getragen werden.
In der Praxis umfasst das Eigengewicht die Masse von Bodenplatten, Dachdecken, Außenwänden, Innenwänden, fest installierter Lüftungstechnik, Elektrorohren und Leitungen, Rohrleitungen und Deckenverkleidungen. Eine typische Stahlbetondecke wiegt etwa 150 Pfund pro Quadratfuß. Stahlträger, Vorhangfassaden und abgehängte Decken addieren sich dazu. Der Statiker muss diese Gewichte genau berechnen, da sie die erforderliche Größe von Trägern, Stützen und Fundamenten bestimmen. Wer das Eigengewicht unterschätzt, riskiert übermäßige Durchbiegungen oder Versagen. Wer es überschätzt, zahlt für unnötige Materialmengen.
Eigengewicht unterscheidet sich von Nutzlasten, die vorübergehend und veränderlich sind: Personen, Möbel, Schneeanhäufungen, abnehmbare Ausrüstung. Erdbeben- und Windlasten sind dynamisch; Eigengewicht ist statisch. Bei erdbebensicherer Auslegung ist das Eigengewicht jedoch relevant, da schwerere Konstruktionen bei Erdbebenschütteln größere Trägheitskräfte entwickeln. Bauordnungen legen Mindestnutzlasten fest (z. B. 40 psf für Büros, 100 psf für Einzelhandel), aber das Eigengewicht muss anhand der tatsächlich gewählten Materialien berechnet werden.
Der Begriff "Eigengewicht" beschreibt den passiven, unbeweglichen Charakter dieser Last im Gegensatz zur "Nutzlast", die verschiebbar oder reduzierbar ist. Diese Begriffsbildung stammt aus der Ingenieurtechnik des 19. Jahrhunderts, als die Unterscheidung die Dimensionierung von Trägern und Fundamenten klärte. Das Eigengewicht bestimmt die Auslegung der Primärkonstruktion; die Nutzlast bestimmt die Auslegung von Decken und lokalen Elementen. Eine Änderung der Ausbauqualität oder der Baustoffe ändert das Eigengewicht und kann eine statische Neubemessung erforderlich machen.