Gleissperre
Englisch: detector bar
Mit einem Schalter verbundener Stab, länger als der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Rädern eines Zuges, der in die Schiene eingelegt wird und durch die Räder betätigt wird, sodass der Weichenschalter erst geworfen werden kann, wenn der gesamte Zug die Weiche passiert hat.
Detektorbügel: eine Sicherheitsschiene, die Zugräder zählt
Ein Detektorbügel ist ein bewegliches Schienenstück, üblicherweise 3,6 bis 4,9 Meter lang, das zwischen den Schienen an einer Weiche installiert ist. Er sitzt leicht unterhalb der Lauffläche und verbindet sich mechanisch über einen Hebel und eine Stange mit dem Weichenmechanismus. Wenn jedes Rad eines Zuges darüber fährt, wird der Bügel nach unten gedrückt; wenn das Rad ihn verlässt, bringt eine Feder ihn in die ursprüngliche Position zurück. Die Länge des Bügels stellt sicher, dass er durchgehend nach unten gedrückt bleibt, solange sich ein Teil des Zuges im Weichenbereich befindet.
Die Hauptaufgabe ist der Schutz vor Schäden durch Fehlmanöver. Wenn eine Weiche gestellt würde, während ein Zug sie überquert, könnten die Räder entgleisen oder der Zug könnte auf ein besetztes Gleis geleitet werden. Der Detektorbügel verhindert dies physikalisch, indem er den Weichenmechanismus sperrt, bis das letzte Rad vorbeigefahren ist und der Bügel wieder in Ruheposition zurückgekehrt ist. Das ist eine mechanische Garantie, keine Signal- oder Bedienungsanweisung.
Varianten und Funktion
Das System funktioniert, weil die Bügellänge den Abstand zwischen zwei beliebigen aufeinanderfolgenden Achsen bei allen Zugtypen überschreiten muss, die die Strecke nutzen. Güterzüge mit 12 bis 15 Meter Abstand zwischen den Rädern benötigen längere Bügel als Personenzüge. Einige Anlagen verwenden einen Wackelbügel, der eher pivotiert als linear verschoben wird, aber das Prinzip bleibt gleich: Kontinuierlicher Druck hält die Weiche gesperrt.
Detektorbügel erfordern regelmäßige Wartung. Schmutz und Ablagerungen können den Bügel in der unteren Position stecken lassen und die Weiche fälschlicherweise sperren. Rost an den Drehpunkten und verschlissene Rückholfedern sind häufige Ausfallursachen. Die mechanische Verbindung zur Weiche muss auf verbogene Stangen oder lose Verbindungen überprüft werden, die die vollständige Betätigung verhindern.
Diese Ausrüstung sitzt an der Grenze zwischen Bahnbetrieb und Weicheninfrastruktur. Während moderne Anlagen zunehmend elektrische Detektion und Software-Verriegelungen nutzen, werden Detektorbügel weiterhin auf Nebenstrecken und in Situationen eingesetzt, wo mechanische Zuverlässigkeit der elektronischen Abhängigkeit vorgezogen wird. Sie sind kostengünstig, benötigen keine Stromversorgung und sind ausfallsicher: Ein festsitzender Bügel sperrt die Weiche, anstatt einen gefährlichen Zug zu ermöglichen.