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Bahntechnik

Knallkapsel

Englisch: detonator

Kleine Sprengkapsel, die an der Schiene befestigt wird und ein hörbares Warnsignal erzeugt, wenn ein Zug über sie fährt.

Sprengkapsel: kleine Sprengladung mit Knall statt Zerstörungskraft

Eine Sprengkapsel ist eine kleine, verschlossene Patrone mit einer kleinen Menge Primärsprengstoff, typischerweise 0,5 bis 2 Gramm Material wie Bleiaazid oder PETN. Sie wird an der Oberseite einer Schiene befestigt oder geklebt. Wenn ein Zugrad über die Vorrichtung fährt, detoniert die Ladung durch das Gewicht und die Stoßbelastung mit einem scharfen Knall, der über mehrere hundert Meter zu hören ist und Arbeitern die Nähe des Zuges meldet oder die Passage an einem bestimmten Ort dokumentiert.

Im Eisenbahnbetrieb erfüllen Sprengkapseln zwei Hauptaufgaben. Erstens warnen sie Arbeiter und Maschinen auf oder neben dem Gleis akustisch vor einem herannahenden Zug und geben in Sekundenschnelle ein Zeichen, wenn die Sicht durch Nebel, Steigung oder Kurven behindert ist. Zweitens nutzen Gleisbau- und Instandhaltungsteams sie zur Bestätigung, dass ein bestimmter Zug einen festgelegten Punkt passiert hat, was einen akustischen Kontrollpunkt schafft, wenn elektronische Überwachung nicht verfügbar ist oder als Backup dient. Das Gerät selbst ist passiv und benötigt nur die Zugbewegung zum Funktionieren.

Zwei Hauptbauarten sind verbreitet: der reibungsgestützte Typ, der mit Metallklammern auf dem Schienenkopf eingespannt wird, und der Klebstofftyp, der direkt auf die Schiene geklebt wird. Beide Typen müssen Schienentemperaturen von etwa minus 40 Grad Celsius bis plus 70 Grad Celsius ohne Ausfallsicherheit oder Verschleiß verkraften. Der Reibungstyp ist häufiger im Güter- und Schwerlastbahnverkehr anzutreffen, weil er wiederverwendbar ist und die Schiene nicht beschädigt. Sprengkapseln werden normalerweise nach einmaliger Verwendung oder nach einer festgelegten Lagerdauer ersetzt, da der Primärsprengstoff durch Feuchtigkeits- und Temperaturwechsel abbaut.

Varianten und Einschränkungen

Sprengkapseln werden nach ihrer Ladungsmasse und nach dem verwendeten Primärsprengstoff klassifiziert, obwohl Eisenbahnstandards wie die des Rail Technical Strategy-Verbandes im Vereinigten Königreich eher die Schallausgabe und Zuverlässigkeitsschwellen vorgeben als die innere Zusammensetzung. Moderne Ausführungen erzeugen einen Schallpegel von etwa 130 bis 140 Dezibel im Abstand von 1 Meter. Allerdings sind Sprengkapseln in sehr lauten Umgebungen wirkungslos und versagen völlig, wenn Regen, Schmutz oder Eis verhindern, dass das Rad festen Kontakt mit der Kapsel hat. Sie sind streng kontrollierte Gefahrgüter; Transport, Lagerung und Handhabung erfordern Sprengstofflizenzierung und dokumentierte Schulung.

Der Begriff Sprengkapsel leitet sich vom Verb detonieren ab, ist aber etwas irreführend: Die Ladung ist klein genug, dass das Hauptrisiko nicht Splitterflug ist, sondern Hörbeschädigung des Personals in der Nähe und Wärmebrand des Arbeiters beim Aufbringen auf die Schiene. Die Vorrichtung unterscheidet sich von einer Fusee oder einem Gleiszünder, die Flamme und Rauch zum optischen Signalisieren erzeugen, obwohl Bahnteams in der Praxis beide Typen an derselben Einsatzstelle einsetzen können.

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