Roherde
Englisch: dirt
Beim Seifenabbau: Erde, Kies und ähnliche Materialien vor dem Waschen.
Dirt: nicht mineralisierte Überlagering mit wirtschaftlichem Aufbereitungspotenzial
Im Seifenabbau ist Dirt das Massenmaterial aus Ton, Schluff, Sand, Kies und verwittertem Gestein, das über oder gemischt mit abbaubaren Lagerstätten von Gold, Zinn, Kassiterit oder anderen Schwermineralen liegt. Es ist nicht das Abraumgestein, das vollständig entfernt wird, sondern vielmehr die Matrix, die gewaschen, geschlämmt oder anderweitig behandelt werden muss, um die darin suspendierten oder konzentrierten wertvollen Partikel zu gewinnen. Der Begriff spiegelt die Perspektive des Prospektors wider: Die Erde selbst ist inert; nur die darin eingelagerten Minerale haben Wert.
Die Zusammensetzung und das Volumen des Dirt bestimmen einen großen Teil der Betriebskosten und des Wasserverbrauchs einer Seifenbauoperation. Ein Vorkommen mit hohen Dirt-Quoten, bei dem viele Kubikmeter Material verarbeitet werden müssen, um eine bestimmte Goldmenge zu gewinnen, wird unwirtschaftlich, wenn die Kosten für das Bewegen und Waschen dieses Dirt den Wert des Ertrags übersteigen. Umgekehrt kann mageres, aber leicht zu bewegendes Dirt wie loser alluvialer Sand in einem alten Flussbett einfache hydraulische oder gravimetrische Trennverfahren rechtfertigen. Die Korngrößenverteilung im Dirt ist ebenfalls wichtig: feiner Ton bindet Feuchtigkeit und verstopft Siebe, während grober Kies vor der Konzentration zerkleinert oder ausgesiebt werden muss.
Aufbereitung und Handhabung
Seifenabbaubetreiber unterscheiden Dirt nach seinem Aufbereitungsverhalten. Klebriges Dirt mit hohem Tongehalt erfordert kräftiges Waschen in Wäschetrommeln oder Trommelsieben, um Partikel vor dem Schlämmen zu disaggregieren. Verfestigtes Dirt von alten Terrassen oder zementiertem Kies muss möglicherweise durchweicht oder mechanisch aufgebrochen werden. Die Dichte, Kantigkeit und Härte der Gesteinsfragmente im Dirt beeinflussen auch die Leistung der Schlämmrinnen und den Verschleiß an Ausrüstungen. Ein Charge Dirt mit scharfkantigem Kies zerkratzt hölzerne Schlämmrinnen und Siebe schneller als gerundeter Flusskies.
Das Wort Dirt hat in diesem Zusammenhang kein Urteil über Sauberkeit, sondern markiert vielmehr die Grenze zwischen Rohstoff und Produkt. Das Dirt eines Bergmanns ist das Regolith oder Alluvium eines Geologen. In der industriellen Rohstoffgewinnung im weiteren Sinne wurde der Begriff weitgehend durch Abraum, Tailings oder Ganggestein ersetzt, je nachdem, ob das Material vor, während oder nach der Aufbereitung entfernt wird. Im Seifenabbau bleibt Dirt jedoch der Standardbegriff für die erzhaltige Matrix selbst und spiegelt die feldmäßigen Ursprünge und praktische Fachsprache des Handwerks wider.