SpracheEnglishDeutsch
Kfz-Technik

Verteilerlos

Englisch: distributorless

adjectiveKfz-Technik

Ohne Zündverteiler ausgeführt.

Zünd- und Zündanlage ohne Verteiler: Direktschaltung ohne mechanischen Schalter

Ein Zündsystem ohne Verteiler (DIS) verzichtet auf die traditionelle Verteilerkkappe und den Rotor, die den Zündfunken mechanisch zu jedem Zylinder leiten. Stattdessen steuert die Motorsteuerung die Zündspulen direkt, wobei Kurbelwellen- und Nockenwellensensoren die Zylinderposition und die Zündfolge ermitteln. Jede Spule kann einen oder zwei Zylinder versorgen und wird in Spulennähe der Zündkerzen montiert, um Sekundärspannungsverluste zu minimieren.

Zündsysteme ohne Verteiler wurden in den späten 1990er Jahren Standard für die meisten Personenwagen. Ein typisches DIS nutzt mehrere Zündspulen (oft eine pro Zylinder oder eine für zwei Zylinder), einen Kurbelwellenpositionalssensor, der die Zähne an Riemenscheibe oder Schwungrad abliest, und einen Nockenwellensensor zur Bestätigung der Zylinderidentifikation. Das Motorsteuergerät verarbeitet diese Signale in Mikrosekunden-Intervallen, um den genauen Zündzeitpunkt basierend auf Last, Drehzahl, Temperatur und Klopfsensorfeedback zu berechnen.

Bedeutung in der Praxis

Das Fehlen eines mechanischen Verteilers eliminiert Verschleißstellen, Spaltversatz und Überschläge, die Punkt- und Kappensysteme plagten. Die Zündanlage ohne Verteiler liefert höhere Sekundärspannungen, typischerweise 40.000 bis 50.000 Volt, die größere Zündungslücken und die Verbrennung magerer Luft-Kraftstoff-Gemische ermöglichen. Diese Fähigkeit reduzierte während der Übergänge in den 1980er und 1990er Jahren die Abgasemissionen und verbesserte den Kraftstoffverbrauch.

Die Fehlersuche umfasst das Testen einzelner Spulen, ihrer Leitungsverbindungen und Sensorkreise anstelle der Überprüfung von Verteilerkontakten oder Kappenverstand. Ein Ausfall einer einzelnen Spule in einem direkten Spulensystem betrifft nur seinen zugeordneten Zylinder; der Motor läuft, zündet aber unter Last fehl. Die Diagnose erfordert ein Oszilloskop oder einen Zündmodulprüfer; eine Sichtprüfung kann interne Spulenausfälle nicht erkennen.

Der Begriff "ohne Verteiler" bleibt in Servicemanualen und Ersatzteilkatalogen verbreitet, wobei "Spule auf Zündkerze" (COP) oder "Direktzündung" inzwischen bevorzugt werden. Viele moderne Systeme integrieren die Zündkontrolle nun direkt in das Antriebsstrangsteuergerät anstelle eines separaten Zündmoduls, was die Komponentenanzahl und die Kosten weiter senkt.

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