Abbaufeld
Englisch: district
Bestimmter, meist benannter Bereich einer Kohleabbaufläche, in dem einzelne Flöze abgebaut werden
Revier: ein benannter Abschnitt der Abbaustoßfront
Ein Revier ist ein definierter Abschnitt der Kohlenfront, der einer bestimmten Arbeitsmannschaft oder einem Schicht zugewiesen ist. Es stellt die praktische Einheit der Kohlegewinnung dar und erstreckt sich typischerweise über eine festgelegte Strecke entlang der Front (gewöhnlich 20 bis 40 Yards, je nach Grubenanlage und Flözmächtigkeit) und reicht bis in die Kohle zur Tiefe, wo die Verantwortung dieser Mannschaft endet. Jedes Revier hat seinen eigenen Bewetterungsstrang, seine Stempel und seine Kohletransportbahn und bildet damit eine in sich geschlossene Produktionszone im größeren Grubengebäude.
Reviere existieren, weil große Kohlenföe nicht als ein einzelner Betrieb bewältigt werden können. Eine 200 Yards lange Front wird in etwa fünf oder sechs Reviere aufgeteilt, jedes unter der Leitung eines eigenen Gangsteigers oder Steiger. Diese Struktur ermöglicht Aufsicht, Sicherheitsprüfung und Leistungsmessung im handhabbaren Maßstab. Eine Mannschaft weiß genau, welche Kohle sie abbauen soll und welche Wege, Stempel und Ausrüstungen zu ihrem Revier gehören. Wenn ein Flöz sich teilt oder sich die Geologie entlang der Front ändert, verschieben sich die Reviergrenzen oft entsprechend.
Bewetterung und Sicherheit folgen den Reviergrenzen. Die Luft fließt durch einen Hauptrückgleitungsweg und verzweigt sich in Äste, die jedes Revier separat versorgen. Wenn ein Revier mit Gasansammlung oder Dachproblemen konfrontiert ist, kann das Problem isoliert und behoben werden, ohne die gesamte Front stillzulegen. Jedes Revier hat auch sein eigenes System zum Transportieren von Kohle zurück zum Hauptförderstrang, ob durch Förderband, Skip oder manuelle Verladung, und diese Trennung hält die Verkehrsmuster vorhersehbar und das Verletzungsrisiko niedriger.
Der Begriff spiegelt die administrative und geografische Natur des Kohleabbaus wider, nicht eine geologische. Ein Revier wird nicht durch das Flöz selbst definiert (das ist das Flöz), sondern durch menschliche Organisation: Mannschaftszuweisung, Ausrüstungsaufstellung und operationale Verantwortung. Ein einzelnes Flöz kann zehn Reviere in der Frühschicht enthalten und zehn unterschiedliche in der Spätschicht, mit Mannschaften, die je nach Personalbestand und Bedarf wechseln oder zusammengefasst werden. Der Name, üblicherweise ein Buchstabe oder eine Zahl (wie Revier A oder Revier Nr. 3), ist nur innerhalb dieser Grube verständlich.
Reviere erscheinen in Produktionsberichten, Sicherheitsberichten und Schichtübergaben als grundlegende Einheit der Verantwortlichkeit. Die Förderung pro Revier pro Schicht wurde erfasst, um die Leistung und Kohlequalität der Mannschaft zu bewerten. Ein Revier, das konstant unterperformte oder Dachprobleme hatte, wurde untersucht; ein produktives könnte erweitert oder als Standard gehalten werden. In modernen Gruben mit Longwall oder Schneidemaschinen ist der Begriff weniger gebräuchlich, aber in Kammer- und Pfeilerbau oder konventionellem Pfeilerabbau bleibt er die praktische Sprache der Kohlenfront.