Hundegeschirr
Englisch: dog-belt
Breiter Ledergürtel um die Taille zum Ziehen von Wagen oder Schlitten im Bergbau.
Hundegurt: Geschirr zum Transportieren von Lasten unter Tage
Ein Hundegurt ist ein breiter Ledergurt, den ein Bergmann um die Taille trägt, um die Zugkraft beim Ziehen von beladenen Wagen, Hutten oder Schlitten durch Grubenstrecken zu verteilen. Der Gurt ist mit einem Seil oder einer Kette verbunden, die an der Last befestigt ist, wodurch der gesamte Oberkörper des Bergmanns das Gewicht trägt, anstatt nur die Arme zu belasten. Dies war Standardausrüstung in Kohlegruben und Hartgesteinsbergwerken, wo mechanisierte Förderung in engen Flözen und Nebenstrecken fehlte oder unpraktisch war.
Der Gurt selbst ist typischerweise 10 bis 15 cm breit, aus steifem Leder gefertigt und mit Leinen oder Wolle unterfüttert für Komfort und Haltbarkeit. Ein Metallring oder Haken, der an der Vorderseite oder den Seiten des Gurtes genietet ist, dient als Befestigungspunkt für das Zugseil oder die Kette. Der Gurt wird mit Riemen oder Schnallen fest um die Taille gezogen, um ein Verrutschen bei starkem Zug zu verhindern. Die breite Fläche verteilt den Druck auf Bauch und untere Rippen und reduziert das Risiko innerer Verletzungen durch anhaltende Spannung.
Hundegurte waren besonders in britischen Kohlegruben vom 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet, wo sie von Männern und historisch auch von Frauen und Kindern getragen wurden, die als Förderer in Flözen arbeiteten, die zu eng für Grubenpferde waren. Ein Förderer mit Hundegurt konnte einen beladenen Kohlenwagen oder Erztub durch beengte, niedrige Gänge bewegen, indem er kroch oder gebückt ging, wobei der Anker des Gurtes einen mechanischen Vorteil über eine längere Entfernung ermöglichte. Die Arbeit war brutal: Überlastungsverletzungen und Wirbelsäulenschäden waren Berufsrisiken, und ein unzureichend konstruierter oder schlechtpassender Gurt konnte schwere Bauchquetschungen verursachen.
In Bergbauregionen entwickelten sich lokale Varianten der Gurtkonstruktion. Einige Gurte hatten eine gepolsterte Vorderplatte oder eine Lederschale zum Schutz des Bauches. Andere wurden aus Leinen oder Plane in feuchteren Gruben gefertigt. Die Befestigungshardware reichte von einem einfachen D-Ring bis zu mehreren Ringen entlang des Gurtes für mehr Flexibilität beim Anschirren. Mit der Zeit, als sich die Grubeninfrastruktur verbesserte und mechanisierte Förderung tiefer in die Gruben vordrang, wurde der Hundegurt in primären Flözen weniger notwendig, hielt sich aber in dünnen Kohlenflözen und Vortriebsstrecken bis zur Mechanisierung dieser Bereiche.
Der Name spiegelt seine Funktion wider: Der Gurt reduzierte einen Bergmann auf ein Lasttier, das Lasten wie ein Hund einen Schlitten zieht. Er ist nicht verwandt mit dem Hundeleinen- oder Sicherheitsgurt späterer Industrieepochen, obwohl alle das Prinzip der Lastverteilung über den Körper teilen. Historische Grubenakten und Sicherheitsberichte aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert dokumentieren den körperlichen Tribut des Gurtziehens und machen es zu einem Merkmal der härtesten Phasen des Untertagebaus, bevor kraftgetriebene Systeme Standard wurden.