Kupplungsvorrichtung
Englisch: drawgear
Die Mittel oder Teile, mit denen Wagen oder Eisenbahnwagen verbunden werden, um gezogen zu werden.
Zugvorrichtung: die mechanische Verbindung, die Eisenbahnwagen zieht
Die Zugvorrichtung ist die Baugruppe, die eine Lokomotive oder einen motorisierten Schienenwagen mit den dahinter folgenden Wagen verbindet und die erforderliche Zugkraft zum Bewegen des Zuges überträgt. Sie sitzt an der Vorderseite jedes Wagens und kuppelt sich an die Rückseite der vorausfahrenden Einheit an und bildet so die mechanische Kette, die ein Zugverband als einzelne Betriebseinheit funktionieren lässt. Die Standardzugvorrichtung bei Güterwagen besteht typischerweise aus einer Zughängel (eine starre Stahlgussform oder Schmiedestück) mit einer Öffnung an ihrem Ende, einer Kupplung oder Kupplungsvorrichtung (in Nordamerika am häufigsten eine Schachtelscharnierkupplung) und der Pufferbaugruppe, die Stoß und Aufprall aufnimmt.
Der Puffer ist das stoßabsorbierende Element innerhalb der Zugvorrichtung. Ältere Systeme verwendeten Reibkeile oder gusseiserne Dämpfer; moderne Güterwagen verwenden fast durchgehend Elastomere (Gummi) in einem Stahlkanal, die sich unter Spannung zusammendrücken und beim Lastwechsel zurückfedern. Reisezugausrüstung verwendet oft andere Konstruktionen: einige nutzen Heidt oder ähnliche reibungsbasierte Systeme, andere verwenden federgestützte Absorber. Die Wahl hängt vom Einsatzprofil ab, da sanfte Beschleunigung über lange Strecken eine andere Energieableitung erfordert als die starke Pufferwirkung beim Rangieren.
Normen und Varianten
Das Design der Zugvorrichtung wird in Nordamerika durch AAR-Spezifikationen (Association of American Railroads) festgelegt, in anderen Regionen gibt es entsprechende Normen. Die Standardkuppelhöhe bei Güterwagen beträgt 32 Zoll über Schienenoberkante. Es gibt Varianten: einige Wagen haben volle Federung (Puffer an beiden Enden), andere nur eine Zughängel. Reisezugwagen können andere Kupplungsgeometrien und Dämpfung haben, um die Fahrtqualität zu erhalten. Gelenkwagen, die Drehgestelle zwischen Sektionen teilen, brauchen zwischen den Einheiten keine Zugvorrichtung, haben sie aber an Vorder- und Rückseite.
Ausfälle der Zugvorrichtung führen zu ernsten betrieblichen und sicherheitstechnischen Problemen. Gebrochene Zughängel stoppen den Verkehr, Pufferspiel (Beweglichkeit im Kupplungssystem) kann heftige Ruckler verursachen, die Ladung beschädigen oder Ausrüstung zerstören, und abgenutzte Puffer verlieren ihre Stoßdämpfung und leiten volle Aufprallkräfte durch den Zugverband. Rost und Korrosion in Keilsystemen, Dauerdeformation von Elastomeren durch Alter oder Hitze und Verformung durch Seitenlast verschlechtern die Leistung allmählich. Inspektoren kontrollieren die Zugvorrichtung regelmäßig auf Risse, verlorene Federung und richtige Kupplungsflächenausrichtung.
Der Begriff Zugvorrichtung stammt aus einer Zeit, in der der Zug wichtiger war als die Kupplung; er umfasst nicht nur die Kupplung selbst, sondern den gesamten Lasttragweg: Zughängel, Puffer und die Nische oder das Gehäuse, das sie enthält. Bei einem Güterwagen ist die Zugvorrichtungsnische oft der am stärksten verstärkte Teil des Untergestells, da sich die Zugspannungen dort konzentrieren. Das Verständnis des Zustands und des Typs der Zugvorrichtung ist wesentlich, um beurteilen zu können, ob ein Eisenbahnwagen oder eine Lokomotive für einen bestimmten Dienst oder Zugverband geeignet ist.