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Bergbau und Gewinnung

Dreikanter

Englisch: dreikanter

Kiesel mit drei gekrümmten Flächen, die durch Sandschliff durch Wind entstanden sind.

Dreikanter: von Wüstenwind geformter dreiseitiger Stein

Ein Dreikanter ist ein Kiesel oder kleiner Stein mit drei deutlich abgeflachten oder gewölbten Flächen, von denen jede durch die Schleifwirkung von sandgetriebenem Wind poliert und facettiert ist. Der Begriff stammt aus dem Deutschen und bedeutet wörtlich "dreikantig". Diese Steine entstehen in Trockengebieten, besonders in Wüsten und semiariden Regionen mit reichlich Sand und starken, gerichteten Winden. Die drei Flächen entwickeln sich, wenn ein Stein lange genug in einer Position steckenbleibt, damit windgetriebener Sand ihn stark abtragen kann, dann rutscht er in eine neue stabile Position, wodurch sich eine zweite Fläche bildet, und schließlich eine dritte.

Die Bildung von Dreikartern dauert typischerweise Jahre oder Jahrzehnte der Exposition. Während der Wind feine bis mittlere Sandkörner mit hoher Geschwindigkeit über den Wüstenboden trägt, treffen sie auf die freigelegten Oberflächen des Steins und schleifen diese allmählich zu glatten, gewölbten Ebenen ab. Die drei Flächen sind selten gleich groß oder gleich gekrümmt, da Windrichtung, Steinzusammensetzung und Ausrichtung alle variieren. Die Kanten zwischen den Flächen sind oft abgerundet und nicht scharf, wobei härtere Steine wie Quarzit kantigere Ergebnisse liefern als weichere Sandsteine oder Kalksteine.

Erkennung und Vorkommen

Dreikanter finden sich am häufigsten in aktiven Ergs und in Bereichen, wo Oberflächenablagerungen ansammeln. Sie sind besonders häufig in Teilen der Sahara, der Arabischen Halbinsel und Australiens Binnenland. Geologen und Bergbauprospektoren erkennen sie als zuverlässige Indikatoren für alte Windmuster und Paläoklimazustände. Die Ausrichtung der Flächen kann die vorherrschende Windrichtung während der Bildung zeigen und ist daher nützlich für die Rekonstruktion der Atmosphärenzirkulation des Quartärs in Trockengebieten.

Im Bergbau und Steinbruchkontext werden Dreikanter und ähnliche Windschliffkörper im Rahmen von Geländeuntersuchungen und Wüstengeologiebewertungen untersucht. Ihr Vorhandensein in Oberflächenproben hilft bei der Identifikation von Bereichen mit langjähriger Winderosion und kann andeuten, welche Lagerstätten möglicherweise Verwitterung ausgesetzt waren. Sie erscheinen auch in archäologischen und pleistozänen Ablagerungen, wo sie manchmal mit absichtlich bearbeiteten Steinwerkzeugen verwechselt werden, aber ihre glatten, gewölbten Flächen und das Fehlen von absichtlichen Bruchkanten unterscheiden sie von menschlicher Herstellung.

Dreikanter unterscheiden sich von Windschliffformen allgemeiner, was der Oberbegriff für jeden Stein ist, der durch Winderosion geformt wurde. Ein zweiseitiger Stein wird Biface oder Zweikanter genannt, ein vierseitiger Stein ein Vierkanter. Die spezifische dreiseitige Variante wird in Trockengebieten bevorzugt, wo Steine lange genug stabil bleiben, um mehrere Flächen zu entwickeln, sich aber genug in der Ausrichtung verschieben, um Variation zu erzeugen. Sie unterscheiden sich auch von facettierten Kieseln, die durch Flusserosion in Flüssen oder an Stränden entstehen. Diese zeigen abgerundete, aber weniger präzise definierte Facetten und fehlt das polierte, fast glänzende Aussehen, das sandgetriebener Wind erzeugt.

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