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Bergbau und Gewinnung

Stollenbau

Englisch: drift mine

Bergwerk, das von einer horizontalen oder geneigten Strecke von der Oberfläche aus erreichbar ist

Stollenbau: Flözabbau durch waagerechten oder flach geneigten Stollen, nicht durch Schacht

Ein Stollenbau wird über einen waagerechten oder schwach geneigten Stollen erschlossen, der unmittelbar in einen Berghang oder in ein Flöz getrieben wird, anstatt einen senkrechten Schacht abzuteufen. Der Zufahrtsstollen wird selbst zur Hauptförderleitung und transportiert Erz oder Kohle mit minimaler zusätzlicher Infrastruktur an die Oberfläche. Dies unterscheidet sich grundlegend von Schachtbauen, wo Erz senkrecht in Körben oder Skips gehievt werden muss, und von Tagebauen, wo die gesamte Überdeckung abgeräumt wird.

Stollenbau eignet sich am besten bei geneigtem Gelände, wo ein Flöz, eine Mineralader oder ein Erzlager zutage geht oder so oberflächennah liegt, dass ein waagerechter Stollen günstiger ist als ein tiefes Abteufen. Der Stollenwinkel liegt typischerweise zwischen 0 und 20 Grad von der Waagerechten, obwohl steilere Stollen bei steilen Flözfallen vorkommen. Von innen zweigen Nebenstollen ab, um dem Erzlager zu folgen; der Abbau erfolgt durch Pfeilerbau oder Strebbau je nach Rohstoff und Lagerstättenbau.

Bewetterung und praktische Grenzen

Die einzelne Stollenöffnung schafft Chancen und Zwänge zugleich. Ein einfacher Zufahrtsstollen vereinfacht die Bewetterungsplanung, lässt aber wenig Fluchtmöglichkeiten; moderne Vorschriften fordern üblicherweise einen zweiten Stollen aus Sicherheitsgründen. Die Förderung ist von Natur aus leichter als die Schachtförderung, besonders bei Kohle, wo Schwerkraft beladene Wagen bergab zieht. Allerdings ist das Grubengebäude auf Bereiche beschränkt, die über den Portal erreichbar bleiben, und Hochwasser kann einen flachen Stollen ganz unterbrechen. Schneeschmelze oder starke Regenfälle können flache Stollen monatelang unbefahrbar machen.

Stollenbau ist häufig in Kohlerevieren mit schwachen bis mittleren Flözeinfällen, besonders in Appalachien, Südwales und Teilen Europas. In der Metallerzgewinnung ist er seltener, da die meisten Metallerz-Lagerstätten oberflächennah nicht günstig fallen. Ein Stollenbau in Kohle wird manchmal einfach Stollen genannt; der Begriff Bahnsohle oder Schragenort bezeichnet speziell einen geneigten Stollen, doch die Begriffe schwanken je nach Region und Zeit.

Die Wirtschaftlichkeit ist klar: niedrige Erschließungskosten pro Tonne Kohle, aber begrenzte Teufe und Erstreckung. Ein Stollen, der gut 300 Meter in einen Berg getrieben werden kann, wird bei 500 Metern unpraktisch, da ein langer, nasser, geneigter Stollen die Betriebskosten erhöht. Das macht Stollenbau geeignet für dünnere Flöze, Grenzlager oder kurzfristige Gewinnung, die Schachtabteufen oder Tagebaueröffnung nicht rechtfertigt.

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