Führerstandsbetrieb
Englisch: driver-only operation
Der Betrieb eines Zuges ohne Zugführer oder Schaffner als Sparmaßnahme; Einmannbetrieb.
Fahrbetrieb ohne Begleitperson: Züge fahren nur mit dem Fahrer, ohne weiteres Personal an Bord
Fahrbetrieb ohne Begleitperson, auch DOO genannt, ist ein Personalmodell, bei dem eine einzelne Person, der Fahrer oder Triebfahrzeugführer, einen Zug ohne Schaffner, Zugbegleiter oder zweites Besatzungsmitglied an Bord bedient. Der Fahrer trägt die volle Verantwortung für die Zugbewegung, das Ein- und Aussteigen von Fahrgästen, die Türbedienung und Halte. Dies unterscheidet sich vom traditionellen Betrieb mit Begleitperson, bei dem ein Schaffner oder Zugbegleiter die Fahrgastdienste und Türen übernimmt, während sich der Fahrer auf Traktion und Bremsung konzentriert.
DOO ist am häufigsten bei städtischen Schnellbahnen, Stadtbahnen und Vorortbahnen anzutreffen, wo Stationen dicht beieinander liegen und die Fahrgastinteraktion unkompliziert ist. Viele U-Bahn-Systeme weltweit, darunter in London, Paris und Toronto, fahren bedeutende Teile ihres Netzes im DOO-Betrieb. Auch Regional- und S-Bahn-Betreiber haben es auf weniger frequentierten Strecken oder während schwacher Zeiten eingeführt. Das Modell erfordert spezielle Sicherungssysteme, Sicherheitstüren auf Bahnsteigen oder andere Sicherheitseinrichtungen, da der Fahrer während des Betriebs den Zug oder Bahnsteig nicht physisch überprüfen kann.
Technische und betriebliche Anforderungen
Die Einführung von DOO verlangt robuste Automatische Zugbeeinflussung (ATC) oder Automatische Zugsteuerung (ATO) Systeme, um Sicherheitsfunktionen zu übernehmen, die normalerweise von Personal erfüllt werden. Sicherheitstüren auf Bahnsteigen, die in vielen U-Bahnen vorhanden sind, verhindern Stürze und ermöglichen eine sichere Abfahrt. Personal vor Ort oder Bahnsteigbegleiter überwachen häufig wichtige Stationen, um bei Notfällen oder Fahrgastvorfällen zu helfen. Funksysteme müssen es dem Fahrer ermöglichen, mit Betriebszentralen und Bahnhofspersonal zu kommunizieren. Die Aufenthaltszeit an Stationen ist im DOO-Betrieb typischerweise länger, da der Fahrer warten muss, bis er bestätigt hat, dass alle Fahrgäste ausgestiegen sind, bevor er die Türen schließt und abfährt.
Sicherheit und Haftung bleiben umstrittene Themen. Obwohl moderne fahrerlose U-Bahnen existieren, hat echtes DOO einen menschlichen Fahrzeugführer für Notfallmaßnahmen und Entscheidungen. Vorfälle wie Fahrgasterkrankungen, Unruhestiftung oder technische Mängel lasten vollständig auf der einzelnen Besatzungsperson. Der Widerstand von Gewerkschaften gegen DOO war in vielen Regionen stark, mit Sorgen um Fahrerbelastung, Fahrgastsicherheit bei Notfällen und Arbeitsplatzabbau für Schaffner und Zugbegleiter.
Der wirtschaftliche Grund für DOO ist klar: Die Einsparung von Schaffner- oder Begleitergehältern stellt erhebliche jährliche Einsparungen bei arbeitsintensiven Betrieben dar. Bei einem 24-Stunden-Nahverkehrsnetz addieren sich diese Einsparungen über Tausende Servicestunden pro Jahr auf. Betreiber wägen dies gegen höhere Infrastrukturkosten für Sicherheitssysteme, Bahnhofsumbauten und manchmal erhöhte Wartungsanforderungen automatisierter Systeme ab.