dynamische IP-Adresse
Englisch: dynamic IP address
Eine IP-Adresse, die sich periodisch ändert, jedes Mal wenn ein Benutzer sich mit seinem Internetdienstanbieter verbindet.
dynamische IP-Adresse: eine Adresse, die sich bei jeder Verbindung ändert
Eine dynamische IP-Adresse ist eine vorübergehende numerische Adresse, die einem Gerät beim Verbinden mit einem Netzwerk zugewiesen wird, typischerweise mit dem Internet über einen ISP. Im Gegensatz zu einer statischen Adresse, die unbegrenzt fest bleibt, wird eine dynamische Adresse bei jeder Unterbrechung der Verbindung oder nach Ablauf einer festgelegten Lease-Periode freigegeben und neu zugewiesen. Die Zuweisung wird von einem DHCP-Server verwaltet, der verfügbare Adressen speichert und bei Bedarf an anfordernde Clients verteilt.
Wenn Sie die Verbindung zu Ihrem ISP trennen oder Ihr Lease abläuft, wird die zugewiesene Adresse in den Pool zurückgegeben und kann innerhalb von Stunden oder Tagen an einen anderen Benutzer vergeben werden. ISPs nutzen dynamische Adressierung, weil die Anzahl der aktiven gleichzeitigen Verbindungen typischerweise viel kleiner ist als die Gesamtzahl der Kunden. Ein Residential-ISP mit 100.000 Kunden behält möglicherweise nur 10.000 bis 15.000 routbare Adressen vor und verlässt sich darauf, dass nicht alle gleichzeitig online sind. Dies schafft Effizienz bei der Adressverteilung und senkt die Infrastrukturkosten des ISP.
Praktische Auswirkungen in Industrienetzen
In industriellen Umgebungen verursacht dynamische Adressierung Probleme. Geräte, die eine konsistente Netzwerkidentität benötigen, wie SCADA-Hosts, SPSen oder Remote-Überwachungssysteme, können dynamische Adressen nicht zuverlässig nutzen. Ein Gerät, das nach einer Wiederverbindung eine neue Adresse erhält, verliert bestehende Verbindungen und ist für Systeme unsichtbar, die es unter der alten Adresse erwarten. Deshalb weisen Produktionsnetzwerke kritischen Geräten typischerweise statische Adressen zu oder nutzen DHCP mit Adressreservierungen, die garantieren, dass ein bestimmtes Gerät immer dieselbe IP aus dem Pool erhält.
Der Begriff "dynamisch" bezieht sich auf die Zuweisungsmethode selbst, nicht auf die Stabilität einer einzelnen Verbindung. Während der aktiven Nutzung ändert sich die zugewiesene Adresse eines Geräts nicht. Das dynamische Verhalten tritt nur an den Grenzen auf, wenn Leases ablaufen oder Verbindungen beendet werden. Die meisten Heim-Breitband- und Mobilfunkverbindungen nutzen standardmäßig dynamische Adressierung; Unternehmens- und Industrienetze überschreiben dies fast immer mit statischer Zuweisung oder Reservierungsschemen für alle Geräte, die zuverlässigen Netzwerkzugriff benötigen.