E10
Kraftstoff aus Benzin gemischt mit 10 Prozent Ethanol (Äthylalkohol, Kornalkohol).
E10: Benzin mit 10 Prozent Ethanol im Volumenanteil
E10 ist ein Kraftstoff, der zu 90 Prozent aus bleifreiem Benzin und zu 10 Prozent aus Ethanol besteht. Das Ethanol wird typischerweise aus vergorener Getreidekörner oder Zuckerrohr hergestellt, es gibt aber auch synthetisches Ethanol aus anderen Rohstoffen. E10 wird an Tankstellen in Europa, Australien und Teilen Nordamerikas als direkter Ersatz für Standard-Bleifreibenzin verkauft.
Der Ethanolanteil erhöht die Oktanzahl des Kraftstoffs, normalerweise um 1 bis 3 Punkte gegenüber dem Basis-Bleifreibenzin. Dies ermöglicht es Herstellern, die Motorabstimmung für leicht höhere Verdichtungsverhältnisse zu optimieren. Ethanol verbrennt auch vollständiger als reine Kohlenwasserstoffe, was bestimmte Abgasemissionen reduziert. Allerdings hat Ethanol pro Liter etwa 34 Prozent weniger Energiegehalt als Benzin, daher steigt der Kraftstoffverbrauch geringfügig, typischerweise 2 bis 5 Prozent, um die gleiche Fahrstrecke zu erreichen.
Kompatibilität und Motorbedenken
Nicht alle Fahrzeuge sind zur E10-Verwendung freigegeben. Der Ethanolanteil kann Gummi- und Korkdichtungen, Kraftstoffleitungen und interne Kraftstoffsystemkomponenten in älteren Motoren angreifen, die nicht dafür ausgelegt sind. Die meisten nach 2000 gebauten Autos vertragen E10 ohne Probleme; viele aus den 1990er Jahren auch, aber der Grenzwert variiert je nach Hersteller und Bauart. Besitzer von klassischen Motorrädern, Gartengeräten, Kleinmotoren und einigen vor 1986 gebauten Fahrzeugen sollten E10 ganz meiden. Korrosion des Kraftstoffsystems und Verschleiß der Ventilsitze wurden bei inkompatiblen Motoren dokumentiert, die längere Zeit mit E10 betrieben wurden.
Wasseraufnahme ist ein weiteres Materialproblem. Ethanol ist hygroskopisch, das heißt, es nimmt leicht Feuchtigkeit aus Luft und Kraftstofftanks auf. Wenn der Wassergehalt etwa 0,5 Prozent übersteigt, kann Phasentrennung auftreten: Das Ethanol und das Wasser fallen aus der Lösung aus und setzen sich am Tankboden ab, wobei darüber weniger lösungsfähiges Benzin verbleibt. Dieser geschichtete Kraftstoff kann Kraftstofffilter verstopfen und Injektoren verhungern lassen. Tanks, die mehrere Monate nicht genutzt werden, besonders in feuchten Klimazonen, sind anfällig dafür.
Die E10-Preisgestaltung folgt den Kosten für Rohöl und Ethanolproduktion. In Regionen, in denen Ethanol-Feldfrüchte subventioniert werden, kann E10 an der Zapfsäule unter Standard-Bleifreibenzin liegen. Die Lieferketten sind in der EU und Australien generell robust, wo E10 als Kraftstoff im Rahmen der Erneuerbarenenergie-Politik vorgeschrieben oder stark gefördert wird. Die Lagerbedingungen sind vergleichbar mit konventionellem Benzin, wobei verschlossene Behälter vorzuziehen sind, um Feuchtigkeitseintritt zu minimieren.