Targa-Dach
Englisch: Targa top
Halboffenes Karosseriestil mit abnehmbarem Dachmittelstück und durchgehender Überrollbügel hinter den Sitzen.
Targa-Dach: Halbdach mit vollständigem Überrollschutz
Ein Targa-Dach ist eine Karosseriekonfiguration, bei der das Dachpanel zwischen Windschutzscheibe und festem Überrollbügel entfernt wird, wobei ein durchgehender Metallstreifen über die volle Breite des Fahrzeugs hinter den Vordersitzen verbleibt. Das entfernte Stück besteht typischerweise aus einer einzelnen Scheibe aus gehärtetem Glas oder Verbundwerkstoff, die im Kofferraum verstaut werden kann. Dieses Design ermöglicht Fahren unter freiem Himmel, ohne die Strukturintegrität eines vollständigen Cabriolets zu beeinträchtigen, da der Überrollbügel an Ort und Stelle bleibt.
Das Erkennungsmerkmal ist dieser feste Überrollbügel, der sich von einer Fahrzeugseite zur anderen erstreckt und in die Karosseriestruktur integriert ist. Das unterscheidet sich von einem Schiebedach, das ein Loch in einem ansonsten geschlossenen Dach ist, oder einem vollständigen Cabriolet, das überhaupt kein zentrales Strukturelement hat. Der Überrollbügel dient sowohl als Sicherheitsstruktur bei einem Überschlag als auch als visuelles Erkennungszeichen des Karosseriestils. Fahrzeuge mit Targa-Karosserie behalten normalerweise die Heckscheibe und den Laderaum, was sie praktischer macht als eine Roadster- oder Spider-Konfiguration.
Der Begriff kam 1966 in den automobilen Wortschatz, als Porsche den 911 Targa einführte, benannt nach dem Targa-Florio-Straßenrennen auf Sizilien. Der Stil gewann Anerkennung in der Branche, weil er ein echtes Problem für Kunden in Klimazonen oder Situationen löste, in denen ein Cabriolet unsicher oder zugig wirkte, aber ein geschlossenes Dach beengend erschien. Das entfernbare Dachpanel wiegt je nach Material zwischen 2,3 und 6,8 kg; moderne Versionen verwenden Verbundglas für akustische und thermische Eigenschaften, während ältere Ausführungen harzgebundene Stahl- oder Aluminium-Rahmen mit Acrylscheiben hatten.
Das Entfernen und Wiederanbringen des Dachpanels erfordert sorgfältige Behandlung, um die umliegende Lackierung nicht zu zerkratzen oder die Wetterschutzleisten zu beschädigen. Die Lagerung im Kofferraum ist unkompliziert, sobald das Panel heraus ist, obwohl die Struktursteifigkeit des Fahrzeugs eigentlich so ausgelegt ist, dass der Überrollbügel vorhanden ist; das Fahrzeug sollte nicht regelmäßig ohne den Dachteil gefahren werden. Die Heckscheibe bleibt bei den meisten Targa-Designs versiegelt, daher hängt die Luftzirkulation beim Fahren mit offenem Dach ganz von der Geschwindigkeit und dem Neigungswinkel der Windschutzscheibe ab.
Die Herstellungskomplexität liegt zwischen einem Cabriolet und einem Coupé. Autohersteller müssen den Überrollbügel als tragendes Element konstruieren, ein doppeltes Dichtsystem um die Dachöffnung herum installieren und einen Underbody-Auspuff- oder Kühlpfad entwerfen, der nicht mit der Dachverstauung in Konflikt gerät. Moderne Varianten verwenden manchmal ein motorisiertes Schiebedach anstelle eines abnehmbaren Panels, was die Lagerung vereinfacht, aber elektrische und mechanische Komplexität hinzufügt. Die Targa-Konfiguration bleibt eine Nischenlösung, zu finden hauptsächlich in Sportwagen und Premium-Cabriolets, bei denen die Kosten und das Zusatzgewicht als Teil des Fahrerlebnisses akzeptiert werden.